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Johannes Martin
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Frage von Juliane v. •

Guten Tag Herr Martin, Warum wird der Wunsch nach Erhalt des Berliner SEZ ignoriert? Was soll der Abriss des Berliner SEZ kosten?

Ich bin gegen den Abriss des SEZ.

Der Bezirk Friedrichshain hat schon heute eine der höchsten Einwohnerdichten in ganz Europa und ist bei der sozialen Infrastruktur unterversorgt. Zusätzlicher Wohnungsbau an dieser Stelle verschärft dieses Defizit. Eine zusätzliche Verdichtung durch Wohnungsbau ist auf dem Gelände des Volksparks nicht sinnvoll. Der Abriss des SEZ ist mit enormen Kosten und der Vernichtung bestehender baulicher Ressourcen verbunden. Abriss und Neubau führen zu einem hohen ökologischen Fußabdruck und sind mit Berlins Klimazielen nicht vereinbar.

Für jede der geplanten 300 geförderten Wohnungen ist durch den Abriss mit hohen zusätzlichen Kosten zu rechnen, die bei den meisten anderen Wohnungsbaustandorten nicht anfallen würden. Mit diesem Geld (aus Steuermitteln) kann an anderer Stelle deutlich mehr bezahlbarer Wohnraum gebaut werden.

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Antwort von CDU

Lieber Frau von B.,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihre klare Rückmeldung. Ich habe allerdings nicht den Abriss propagiert, sondern darauf hingewiesen, dass es weder für die Sanierung noch für einen späteren Betrieb des SEZ ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept gibt. Vor diesem Hintergrund halte ich es für unverantwortlich, dass vor dem Hintergrund des aktuellen Wohnraumbedarfs der Neubau von Wohnungen blockiert wird. 

Ich bin selbst mit dem SEZ aufgewachsen und habe als Grundschüler das Bas genutzt und später die Sportflächen. Daher habe ich Verständnis dafür, dass das Verschwinden des SEZ kritisch hinterfragt wird. Zur Ehrlichkeit gehört allerdings, dass der der aktuellen Entwicklung zugrundeliegende Bebauungsplan bereits umfassend diskutiert und seit 7 Jahren gültig ist. Wenn es also andere tragfähige Konzepte gegeben hätte, wäre genug Zeit gewesen, diese umzusetzen.

Nach aktuellem Stand können am Standort ca. 550 Wohnungen entstehen. Das Argument der Abrisskosten gilt auch für die Sanierung. Die dafür notwendigen Mittel stünden ebenfalls an Wohnungsbaustandorten oder bei anderen Vorhaben nicht mehr zur Verfügung.  

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Martin

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