Joachim Poß
SPD

Frage an Joachim Poß von Fgrsna Zebff bezüglich Umwelt

30. Juli 2013 - 12:33

Sehr geehrter Herr Poß,

vor einiger Zeit haben Sie versucht mir zu erklären, warum Sie es richtig finden, dass die Nachtspeicherheizungen verboten werden.
Nun haben sich wegen der Beschlusslage diverse Betreiber solcher Anlagen neue Heizungsanlagen zugelegt.

Doch die Politik hat (wieder mal) Ihre eigenen Beschlüsse gekippt und das Verbot zurück genommen.

Sind die Nachtspeicher über Nacht zu umweltverträglich geworden?

Oder ist Ihnen das alles egal und ein belangloses Thema?

Ein empörter Bürger!
S. Mross

Frage von Fgrsna Zebff
Antwort von Joachim Poß
05. August 2013 - 13:15
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage

Sehr geehrter Herr Mross,

nicht "die Politik" hat ihre eigenen Beschlüsse gekippt, sondern die CDU/CSU ist wieder einmal umgefallen.
Warum - und eventuelle auf wessen Einflussnahme hin - die Unionsparteien zusammen mit der FDP den Ausstieg aus dem Ausstieg der Nachtspeicherheizungstechnologie beschlossen haben, müssten Sie die entsprechenden Parlamentarier schon selbst fragen. Die Fakten jedenfalls haben sich in Bezug auf Nachtspeicheröfen eigentlich nicht geändert: Sie stellen die mit Abstand klimaschädlichste Art des Heizens dar. Nach einer Studie von IZES/Bremer Energieinstitut sind die spezifischen CO2-Emissionen gegenüber einer Gas-Brennwertheizung um den Faktor 3,6 und gegenüber einer Pellet-Heizung sogar um den Faktor 13 höher. Außerdem schneiden Nachtspeicherheizungen auch bei einem Wärmevollkostenvergleich gegenüber Heizungen auf der Basis anderer Energieträger am schlechtesten ab. Sofern man den Vertretern von Union und FDP nicht unterstellen will, dass sie den Einflüsterungen von Lobbyisten erlegen sind, bleibt eigentlich nur noch eine weitere Erklärung für diese Rolle rückwärts: Wieder einmal war die Angst vor unpopulären Entscheidungen und vor Veränderung so groß, dass die CDU ihre eigenen Beschlüsse kassiert hat. Dass die Planungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger dabei auf der Strecke geblieben ist, ist sehr bedauerlich; ist aber leider bei dieser Bundesregierung - gerade im Zusammenhang mit der Energiewende - keine Ausnahme, sondern eher die Regel.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Poß