Wie rechtfertigen Sie die Diätenerhöhung um 4,2 % als ‚gut funktionierend‘, während Psychotherapeuten zeitgleich Honorarkürzungen von 4,5 % hinnehmen müssen, die die Versorgung massiv gefährden?
Sehr geehrter Herr Spahn, als niedergelassene Psychotherapeutin erlebe ich regelmäßig die Belastungsgrenzen unseres Systems. Dass Sie die automatische Erhöhung der Abgeordnetenbezüge um ca. 500 Euro monatlich verteidigen, während meine Berufsgruppe seit April reale Honorarkürzungen von 4,5 % verkraften muss, ist ein absurdes Signal an die Gesellschaft. Diese Diskrepanz lässt sich weder fachlich noch moralisch vertreten. Es geht jetzt darum, der Bevölkerung Zuversicht und Fairness zu vermitteln und nicht noch mehr Bürger durch egoistisches Handeln an extreme Parteien zu verlieren. Ein solches Vorgehen konterkariert die christlich-demokratischen Werte der CDU, für die Sie stehen sollten. Mir ist bewusst, dass Sie diesen Automatismus nicht erfunden haben. Doch als einflussreicher Politiker haben Sie die Wahl, dieses System in Zeiten in denen es eben nicht mehr passt in Frage zu stellen.

