DIE LINKE

Frage an Heike Roocks von Eboreg Xenhfr bezüglich Finanzen

14. Dezember 2007 - 17:43

Liebe Frau Roocks,

einige Fragen zum Thema Umwelt und Finanzen :
1) Wie stehen Sie zum Bau des Kohlekraftwerks Moorburg

2) Wie halten Sie es mit dem weiteren Betrieb der AKWs Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf ?

3) Kennen sie und wenn, wie bewerten sie die akuelle Leukämiestudie des Bundesamtes für Strahlenschutz ?

4) Welche Kosten werden auf uns Steuerzahler zukommen, wenn das Kohlekraftwerk tatsächlich errichtet wird ? Und wie wollen Sie, wenn Sie in der Bürgerschaft sind dagegen vorgehen, dass dies nur als Abschreibungsruine von Vattenfall dient ?

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antwort.

Frage von Eboreg Xenhfr
Antwort von Heike Roocks
17. Dezember 2007 - 13:52
Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 20 Stunden

Lieber Herr Krause

1) Es darf kein neues Kohlekraftwerk in Moorburg und/oder anderswo gebaut werden. Denn es ist laut Klimabericht bereits 5 nach 12 und wer den AL Gore-Film gesehen und verstanden hat, weiss, dass man spätestens jetzt damit anfangen muss, fossile Energien gegen erneuerbare auszutauschen. Die Linke. hat sich auf ihre Fahnen geschrieben konsequent darauf hinzuarbeiten.

2) Diese AKW´s sind marode und müssen sofort und für immer abgeschaltet werden. Hier gilt das gleiche wie für die Kohle. Die Energieversorgung muss zumindest erst einmal für Privathaushalte konzeptionell grundsätzlich geändert werden. Mit kleinen dezentralen Blockkraftwerken, die selbstverständlich in Bürgerhand sind, ist das mit Einsatz erneuerbarer Energien flächendeckend möglich. Hierfür ist es notwendig, dass Bezirke, Gemeinden und Kreise selbstständiger sind und mit eigenem Haushalt ausgestattet werden.

3) Dass es vermehrte Leukemiefälle in der Nähe von Atomkraftwerken gibt, ist schon viel länger bekannt und wurde erst jetzt wieder mit aktuellen Studie wieder publik. Der Atomlobby sind das zwar zu wenig Beweise, aber wenn man ihnen vorschlägt, selbst dorthin zu ziehen, macht das ganz bestimmt keiner von ihnen!
Vor 20 Jahren schon gab es eine erhöhte Rate von weißen Spatzen rund um das Kernkaraftwerk Ohu, vielleicht müssen wir darauf warten, daß rund um die norddeutschen AKW´s mehr Albinos geboren werden, damit es auch dem Umweltministerium auffällt.

4)Die Kosten sind für die Hamburger/innen noch nicht kalkulierbar. Man darf hier nicht nur die materiellen Kosten betrachten, sondern man muss auch die langfristige Gesundheitsbeeinträchtigung der umliegenden Hamburger Gemeinden und Ortsteile berücksichtigen, ganz abgesehen von der Umweltbelastung durch CO2 Emissionen.
Zur Abschreibung der Kraftwerksruine empfehle ich, sich ein Beispiel an dem schnellen Brüter in Kalka zu nehmen. Als Erlebnispark mit Freecliming- und Diving,sowie Abenteuerflächen würde der Komplex den Hamburger/innen bestimmt zu Gute kommen.

Mit freundlichem Gruß
Heike Roocks
Tel. 4 28 31 - 1669