Portrait von Heidi Reichinnek
Heidi Reichinnek
Die Linke
68 %
140 / 205 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Michael P. •

Sehr geehrte Frau MdB Reichinnek, wie gedenken Sie & Ihre "Die Linke" die grassierenden und gravierenden Drogen-Probleme in unseren Großstädten zu lösen, die unter Crack- und Heroin Junkies leiden ?

Anhand des Drogen-Hotspots Neumarkt - im vitalen Herzen der Millionenstadt Köln - lässt sich die Drogenproblematik besonders anschaulich verdeutlichen - wie folgt (bitte Links öffnen):

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/lea-reisner/fragen-antworten/sehr-geehrte-frau-mdb-reisner-wie-konnte-sich-in-ihrem-pers-wahlkreis-koeln-ii-ein-widerwaertiger-abschreckender
(...) "Wir als Die Linke stehen für eine Drogenpolitik, die auf Schadensminimierung und Entkriminalisierung setzt statt auf Repression. Die Kriminalisierung von Konsumierenden reduziert den Drogenkonsum nicht." (...)

https://hanfverband.de/die-linke-btw-2025
(...) "Es finden sich neben dem klaren Bekenntnis zur vollständigen Legalisierung von Cannabis auch Forderungen wieder (... Dazu gehören z.B. die vollständige Entkriminalisierung aller Drogenkonsumenten..."(...)

Sehr geehrte Frau MdB Reichinnek,
wie wollen SIE ehrbare Bürger / Anwohner vor entkriminalisierten Crack- und Heroin Junkies schützen ?

MfG
Michael P.

Portrait von Heidi Reichinnek
Antwort von Die Linke

Lieber Michael P.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Probleme rund um Crack- und Heroinkonsum in vielen Großstädten sind real, für Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie für die betroffenen Menschen selbst. Reine Repression hat diese Entwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nicht gelöst.

Die Linke setzt deshalb auf eine evidenzbasierte Drogenpolitik, die Schutz der Öffentlichkeit und Hilfe für Abhängige zusammendenkt. Entkriminalisierung bedeutet nicht, rechtsfreie Räume zu schaffen, sondern Konsumierende nicht weiter strafrechtlich zu verfolgen, sondern sie in Hilfesysteme zu bringen, durch Drogenkonsumräume, Substitutionsprogramme, Streetwork und medizinische Versorgung. Armut und Krankheit dürfen nicht kriminalisiert werden. Sucht ist in erster Linie ein gesundheitliches und soziales Problem, kein moralisches Versagen. Internationale Erfahrungen zeigen, dass Überdosierungen, Beschaffungskriminalität und offene Szenen so wirksamer reduziert werden können als durch bloße Strafverfolgung.

Gleichzeitig braucht es ein konsequentes Vorgehen gegen organisierte Dealerstrukturen sowie eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen, damit öffentliche Plätze sicher, sauber und nutzbar bleiben. Anwohnerinnen und Anwohner haben ein Recht auf Sicherheit und suchtkranke Menschen haben ein Recht auf Hilfe statt Ausgrenzung.

Unser Ziel ist eine Politik, die Probleme nachhaltig löst, statt sie lediglich zu verdrängen.

Mit freundlichen Grüßen

Heidi Reichinnek
Mitglied des Deutschen Bundestages

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Heidi Reichinnek
Heidi Reichinnek
Die Linke

Weitere Fragen an Heidi Reichinnek