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Hartmut Koschyk
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Frage von Wilfried M. •

Frage an Hartmut Koschyk von Wilfried M. bezüglich Recht

Sehr geehrter Herr Koschyk,

wie Sie meiner Anfrage bei Frau MdB Kramme entnehmen können, ist uns Wählern nicht entgangen, daß Herr Ministerpräsident Stoiber (CSU) und Herr Bundeskanzler Schröder (SPD) jedenfalls im Sommer 2003 Beratung bei dem gleichen Unternehmensberater suchten und fanden, worüber der Berater auch kein Stillschweigen bewahrte, möglicherweise, weil das seiner Reputation noch förderlich sein sollte.

Der strategische Berater Dr. Roland Berger formulierte in dem m.E. höchst aufschlußreichen Text in der "Zeit" Gedanken, welche ich rückblickend als "Testballon" seiner ernst gemeinten, mittlerweile ja nicht vergessenen, sondern durchaus spürbar umgesetzten Strategie anzusehen nicht umhin kann, auch wenn er von "Traum" sprach, nicht von "Kampf".

Ist uns, wenn wir so oder so einen von dem global wirtschaftspolitisch agierenden Strategen Dr. Roland Berger beratenen Exponenten der politischen Klasse wählen, die einst gemeinte freie demokratische Auswahl sozusagen unbemerkt abhanden gekommen?
Könnte es sein, daß in anderen europäischen Ländern genau dies auch beklagt wird und daß damit zusammenhängt, daß wir den europäischen Wirtschaftsraum gewissermaßen nichts ahnend so betreten und rasend ausgeweitet haben, wie das kaum noch jemandem wirklich Freude macht, der nicht gerade von nicht kontrollierten Geldströmen profitiert?

Mit freundlichen Grüßen

W. Meißner

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Antwort von
CSU

Sehr geehrter Herr Meißner,

der „Zeit“-Artikel, auf den Sie sich in Ihrer Antwort beziehen, ist mir nicht bekannt. Daher kann ich inhaltlich dazu keine Stellung nehmen.

Grundsätzlich sehe ich aber kein Problem darin, wenn sich Politiker, auch verschiedener Parteien, in Sachfragen von der gleichen Person Informationen einholen. Schließlich lassen sich Politiker nicht nur von einer Einzelperson beraten, sondern holen sich zu den verschiedensten Themen Meinungen einer Vielzahl von Fachleuten. Es ist dann Sache eines jeden einzelnen Politikers, daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen und sich eine entsprechende Meinung zu bilden. Die politischen Konsequenzen, die vor dem Hintergrund ein und derselben Faktenlage von den Vertretern verschiedener Parteien für erforderlich gehalten werden, weichen ja auch in der Realität beträchtlich voneinander ab. Daher sehe ich die freie demokratische Auswahl dadurch nicht gefährdet.

Mit freundlichen Grüßen verbleibe ich

Ihr

Hartmut Koschyk MdB