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Hans-Ulrich Klose
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Frage von Christoph R. S. •

Frage an Hans-Ulrich Klose von Christoph R. S. bezüglich Bundestag

Sehr geeehrter Herr Klose

Das Scheitern der Föderalimusreform war eine grosse Schande für alle Politiker, oder?

Ist nicht die Blockade durch unterschiedliche Mehrheiten in beiden Kammern das eigentliche Übel, warum es in Deutschland nicht vorangeht? Wenn die jeweilige im Bund regierende Partei ihr Ding durchziehen könnte, wäre dies nicht besser als die ganzen Kompromisse auf kleinstem gemeinsammen Nenner?

Wäre es nicht besser gewesen, sich doch noch auf einen Föderalismus-Kompromiss zu einigen und dann eben wieder die vorhandene Mehrheit auszunutzen, anstatt den Bundestag aufzulösen?

Wenn die CDU/CSU die Wahl gewinnt, bleiben denen max. 2 bis 3 Jahre Zeit, bevor im Bundesrat eine Mehrheit gegen Frau Merkel zustande kommt. und dann geht die Blockade wieder weiter wie gehabt.

Falls die Politiker sich beim nächsten Anlauf wieder nicht einigen können, was ja sehr wahrscheinlich ist, würden Sie dann dafür plädieren, die umstrittenden Teilfragen in einem Volksentscheid zu klären?

Hier ein paar Gegenstände, die man vielleicht auch den Ländern überlassen könnte:

Gesammter Gründstückhandel, Miet- und Pacht-Recht incl. der Steuern auf Gewinne aus Pacht, Miet und Grundstückshandel, der Grundsteuer und Grunderwerbssteuer.
Denn dies hat starken Einfluss auf die Raumstruktur des Landes.

Alleinige Zuständigkeit für alle Landesgesetze und in inneren Angelegenheiten der Länder an Stelle des Bundesverfassungsgericht und der anderen Bundesgerichte das Landesverfassungsgericht und das jeweilige Oberste Gericht des Landes.

Gruss
Christoph Strebel
21107 HH

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Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Strebel,

"Schande" ist ein großes und - wie ich finde - falsches Wort, denn alle demokratische Politik muss mit der Möglichkeit des Scheiterns rechnen und leben. Wer ein Scheitern für sich ausschließt, gerät leicht in die Nähe von politischem Fundamentalismus, was ich für problematisch halte - nichts für ungut.
Zur Sache: Die Blockademöglichkeit wird fortbestehen, solange es das Bundesratsystem gibt; und das wird es noch sehr lange geben, weil der Bundesrat einer (teilweisen) Entmachtung der Länder niemals mit der nötigen 2/3 Mehrheit zustimmen wird. Deshalb bleibt nur die auch von Ihnen favorisierte Lösung, die Zahl zustimmungspflichtiger Gesetze zu reduzieren. Welche Politikbereiche betroffen sein könnten (auch die von Ihnen genannten?) lasse ich offen, weil darüber verhandelt werden muss.
Die Einigung ist bei dem letzten Versuch einer Reform an der von den Ländern zäh verteidigten Bildungshoheit gescheitert. Ein Kompromiss zu diesem so wichtigen Politikbereich ist besonders schwer zu erzielen, da er - wenn man so will - ans "Eingemachte" geht. Trotzdem bin ich für einen weiteren Versuch. Der könnte, muss aber nicht erfolgreicher sein als der letzte. Sie sehen ja, wie die CDU/CSU-Ministerpräsidenten mit Frau Merkel umspringen ...
Mit freundlichen Grüßen

Hans-Ulrich Klose