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Hanka Kliese
SPD

Frage an Hanka Kliese von Znahry Fpuanpxregm bezüglich Familie

29. Juli 2020 - 18:21

Sehr geehrte Frau Hanka Kliese,

Meine Frage richtet sich zur Angelegenheit Familie. In Deutschland werden oft, wenn Mütter oder besser gesagt, wenn Eltern überfordert sind den Müttern bzw. den Eltern das Kind abgenommen. Meine Ansicht dazu ist, wenn Entwicklungsstörungen des Kindes durch Gewalt beigebracht worden oder wenn Gewalt im Spiel ist, dann ist es gerechtfertigt.

Aber, wenn eine Mutter bzw. Psychisch erkrankt ist oder eine Mutter am Anfang ihrer Mutterzeit überfordert ist, dann sollte man eine Mutter besser unterstützen und ihr bei der Entwickelung helfen eine Bindung zum Kind aufzubauen, anstatt ihr ein Kind wegzunehmen. Mein Motto ist Familien müssen besser geschützt werden. Familien dürfen nicht getrennt werden, Ausnahme ist es ist eine schwerer Gewalt dem Kind gegenüber im Spiel wo keine Lösung mehr in Sicht ist. Oder wie sehen Sie es? Meine Ansicht ist, es wird zu wenig für den Familienschutz getan werden. Ich finde das Kidn hat nicht nur das Recht bei sein eltern aufzuwachsen sondern die Eltern haben auch die Pflicht es ihren Kindern zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen Znahry Fpuanpxregm

Frage von Znahry Fpuanpxregm
Antwort von Hanka Kliese
05. August 2020 - 13:55
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage 19 Stunden

Sehr geehrter Herr Fpuanpxregm,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage. Kinder sind auf unseren Schutz ganz besonders angewiesen. Kinder, die Gewalt oder Vernachlässigung
erlebt haben, zeigen nicht immer unmittelbar und eindeutig wahrnehmbare Symptome. Abgesehen von zugefügten körperlichen Verletzungen sind zeitlich verzögerte Folgen keine Seltenheit. Sie können auf körperlicher, psychosozialer und kognitiver Ebene in Erscheinung treten. Sie schreiben: „​wenn Entwicklungsstörungen des Kindes durch Gewalt beigebracht worden oder wenn Gewalt im Spiel ist“, dann sei es gerechtfertigt, das Kind seinen Eltern zu entziehen. In einem solchen Fall ist die Ausübung von Gewalt gegenüber dem Kind bereits eingetreten. Im Idealfall sollte der Staat in dem Moment einschreiten, sobald das Kindeswohl bzw. das Wohl des Jugendlichen in Gefahr ist.

Ihre Frage zielt auf Menschen mit psychischen Erkrankungen. Diese sind keineswegs grundsätzlich ungeeignete Eltern. Eine gute therapeutische
Unterstützung und stabiles Umfeld können dafür sorgen, dass sie ihre Aufgaben gut wahrnehmen können. Die Bandbreite der psychischen
Erkrankungen und deren Ausprägungen sind allerdings enorm. Ist ein Elternteil sehr schwer erkrankt, kann es zu einer Überforderung, schlimmstenfalls aggressivem Verhalten kommen. Und: Es muss nicht zwangsläufig körperliche Gewalt sein, die einem Kind nachhaltig schadet. Kinder von Eltern mit Persönlichkeitsstörungen leiden oft im Verborgenen. Ich kann Ihnen versichern, dass kein Kind leichtfertig aus einer Familie genommen wird. Ich habe an Praxistagen in Mutter-Kind-Einrichtungen erlebt, welche Anstrengungen unternommen werden, um Kinder in ihren Familien zu halten. Der Schutz des Kindes hat dabei besondere Bedeutung. Kinder hängen oft bedingungslos an ihren Eltern, auch wenn ihnen ein Verbleib bei ihnen nicht gut tut. Als Problem sehe ich die schlechte personelle Ausstattung in den Jugendämtern. Um die Betreuung von Familien in Schwierigkeiten zu verbessern, muss dringend Personal aufgestockt werden. Dafür setze ich mich ein. Zudem engagiert sich meine Fraktion im Landtag für Eltern-Kind-Zentren, mit denen wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Im Moment stehen wir vor der Herausforderung, dass durch die Corona-Pandemie das bestehende gesellschaftliche Warnsystem – mit Blick
auf Kindeswohlgefährdung – in weiten Teilen außer Kraft gesetzt wurde. Gerade durch die Alltagsbeschränkungen in den vergangenen Monaten war der Besuch von KITA, Schule, Hort, Freunde und Verwandte drastisch reduziert worden. Erzieher, Lehrer, Betreuer und vertraute Personen
fielen als Ansprechpartner für Kinder zumeist aus. Ein zweiter Lockdown wäre für die Betroffenen sehr bitter und mahnt zu verantwortungsvollem Verhalten.

Wenn Sie neben den bestehenden Optionen aus der Kinder-und Jugendhilfe weitere Möglichkeiten sehen, Familien zu unterstützen, kontaktieren Sie mich gern. Auch der Besuch in einer Beratungsstelle für Familien kann helfen, Probleme zu erkennen und zu lösen.

Mit den besten Grüßen

Hanka Kliese