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Gregor Gysi
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Frage von Erik S. •

Helfen Sie mit, dass psychisch Kranke schneller Hilfe bekommen?

Sehr geehrter Herr Gysi,
als Mensch, der dringend einen Therapieplatz braucht, schreibe ich Ihnen mit großer Sorge. Das GKV-Gesetz kürzt genau die Versorgung, auf die ich und viele andere angewiesen sind.

Bitte setzen Sie sich dafür ein: keine Deckelung der Psychotherapie-Vergütung, keine Streichung der Kurzzeittherapie-Zuschläge. Stärken Sie die Versorgung, statt sie zu beschneiden. Die Einsparungen sind gering – die Folgen für uns Patienten sind verheerend: noch längere Wartezeiten, spätere Behandlungen, chronische Verläufe.

Stabilisieren Sie die Kassen nicht zulasten psychisch kranker Menschen.

Mit freundlichen Grüßen

Erik S.

(By the way großer Fan ganz lieben Gruß)

(Quelle: https://bvvp.de/jetzt-wird-es-laut/?fbclid=PAb21jcAS7aF1mdHNoBLtdEm9tY3AEu)

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Herr S.,

Der Bedarf an Psychotherapie ist in den letzten Jahren in Deutschland gestiegen - verständlich vor dem Hintergrund diverser Krisen, Kriege, aber auch immer stärkerer Belastungen in der Arbeitswelt und im Bildungsweg. Die gesetzlichen Krankenkassen sparen nun auf dem Rücken von Menschen, die psychotherapeutische Hilfe benötigen. Laut OECD hat sich der Anteil an Menschen in Deutschland mit unbehandelten psychischen Problemen seit 2021 von vier auf zehn Prozent mehr als verdoppelt. 

            

Die Absenkung der Honorare für psychotherapeutische Leistungen um 4,5% ab April 2026 bedeutet eine kritische Verschlechterung der Versorgung der Patientinnen und Patienten. Dadurch können sich Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gezwungen sehen, in Zukunft ihre freien Termine noch stärker an Privatversicherte oder Selbstzahlende zu geben. Diese Schritte hin zu mehr Zwei-Klassen-Medizin sind extrem negativ für Menschen, die es sich nicht leisten können, Therapiestunden mit eigenen Mitteln zu bezahlen. Bereits jetzt warten Menschen in Zeiten, in denen es ihnen psychisch schlecht geht, monatelang auf einen ambulanten Therapieplatz - sofern sie überhaupt einen finden.

            

Allgemein muss überdacht werden, wie die ohnehin schwierige Versorgungssituation durch strukturelle Maßnahmen verbessert werden kann. Honorarabsenkungen sind hierbei definitiv ein Schritt in die verkehrte Richtung. 

            

Die Linke fordert eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung mit Kassensitzen und eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen und -therapeuten sowie die Finanzierung der Weiterbildung. All das mit dem Ziel, das diejenigen die Termine bekommen, die sie am dringendsten benötigen, unabhängig von ihrem Versicherungsstatus.

            

Mit freundlichen Grüßen

Gregor Gysi

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