Überakademisierung: Bei promovierten Geisteswissenschaftlern???
Sehr geehrter Herr Frömming,
ihrer These einer allgemeinen Überakademisierung stimmt man gerne zu. Allerdings trifft dies nicht auf die kleine Zahl der Postdoktoranden zu (allerhöchstens 4-5% aller Uniabgänger). Die meisten Postdoks in den Humanities benötigen hervorragende Noten und eine sehr gediegene Ausbildung. Die Löhne stehen in keinem Verhältnis zu den persönlichen Vorleistungen. In meinem Fach gibt es derzeit nur drei Ausschreibungen bundesweit.
Es ist eine Tatsache, dass geisteswissenschaftliche Fächer einen leisen Tod sterben. Der Grund liegt in den restriktiven Arbeitsbedingungen der Universitäten. Wäre es nicht sinnvoller, flächendeckend den Arbeitsmarkt zu liberalisieren, den numerus clausus einzuführen oder Promotionen einer staatlichen Bewilligung zu unterziehen wie in anderen europäischen Ländern? Was nützt es an Schulen Deutsch, Latein und Griechisch zu unterrichten, wenn man genau diese Fächer an Universitäten kaputt spart?
Mit bestem Gruß
Beate K.

