Wie soll das heute verabschiedete Gesetz die im Koalitionsvertrag versprochene Stärkung der psychotherapeutischen Versorgung erreichen?
Ich habe in meinem Leben viele Krisen gemeistert. Das Psychologiestudium und die Psychotherapie-Weiterbildung waren hart, finanziert durch mehrere Nebenjobs, trotzdem startete ich verschuldet ins Berufsleben. Praxisgründung, Kassenzulassung, erzwungener Praxisumzug, Corona, Telematik, Qualitätssicherung, Personalmangel – jede neue Hürde habe ich angenommen. Dafür habe ich mein Privatleben weitgehend zurückgestellt und arbeite bis heute häufig auch an den Wochenenden, um die Schulden aus diesen Jahren abzutragen und eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Nun habe ich erstmals das Gefühl, trotz all dieser Anstrengungen zu scheitern. Nach fast 20 Jahren Einsatz drohen nicht nur meine wirtschaftliche Existenz, sondern auch der Verlust von Behandlungsplätzen für meine Patient:innen. Diese Sorge teilen zahlreiche Kolleg:innen.
Seit der Praxisgründung war ich gefühlt die einzige Feuerwehrfrau für unzählige Großbrände. Nun dreht mir ausgerechnet die Politik auch noch das Wasser ab.

