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Frauke Petry
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Frage von Dr. Daniela T. •

Frage an Frauke Petry von Dr. Daniela T. bezüglich Bildung und Erziehung

Sehr geehrte Frau Dr. Petry,

die AfD beklagt ein zu niedriges Leistungsniveau sächsischer Schüler. Meine 4 Kinder besuchten Chemnitzer Gymnasien. Dabei beobachtete ich einen hohen Leistungsdruck, mit Arbeitsanforderungen, die Arbeit abends und an den Wochenenden nötig machten. Beim Vergleich der Oberstufenregelungen mit anderen leistungsorientierten Bundesländern fällt Sachsen als extrem fleißorientiert auf. So zählt jede einzelne Teilnote aus den beiden letzten Schuljahren zum Abitur mit. In den anderen Bundesländern haben Schüler mehr Eigenverantwortlichkeit und erzielen so einen besseren Abiturschnitt mit Vorteilen bei Bewerbungen. Zudem müssen sächsische Schüler beide Fremdsprachen weiterführen. Die Regelung führt dazu, dass z.B. Englisch auf 2 h reduziert wird. In der Oberstufe würde sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Kultur und eine Vertiefung des Sprachgefühls anbieten. Das ist in einem 2-h (3-h) Unterricht nicht (kaum) zu erreichen. In Sachsen reduziert sich das Sprachlernen der Schüler somit auf weiteres Auswendiglernen. Andere Bundesländer bieten einen 4-h Sprachunterricht.
In der Sek I sieht es nicht besser aus. Ein Physiklehrer klagte darüber, dass das Induktion inzwischen in Kl. 9 statt früher 10 unterrichtet wird, womit die zum Verständnis nötige Mathematik fehlt. Das deckt sich mit meiner Beobachtung, dass sehr viel Gewicht auf die Darbringung auswendig gelernter Sachverhalte gelegt wird, während die Zeit und die Fachdidaktik zum Erarbeiten eines tieferen Verständnisses fehlt. Dem entspricht auch der Umstand, dass Lernstoff abgefragt wird, egal, ob der Schüler in der Stunde zuvor z.B. erkrankt war oder ob der Stoff durch Unterrichtsausfall von den Schülern in Eigenarbeit (Nachhilfe) erlernt werden musste. Insbesondere für ein Bundesland, das stark auf Innovationspotenzial setzt, ist das fatal.
Wie wollen Sie das Leistungsniveau in Sachsen anheben? Durch noch mehr Leistungsdruck und Auswendiglernen?

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Antwort ausstehend von Frauke Petry
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