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Flemming Meyer
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Frage von Karl-Heinz E. •

Frage an Flemming Meyer von Karl-Heinz E. bezüglich Soziale Sicherung

Sehr geehrter Herr Meyer,

Auf der Podiumsdiskussion am 26.04.2012 unter dem Motto: “Schutzmaßnahmen der Landesregierung gegen seelische Kindeswohlgefährdung“, forderten sie eine gesellschaftliche Debatte über das Thema. Kindergärten und Schulen sollten, durch Schulungen und Fortbildungen, über die Problematik informiert werden. Sie kritisierten, das im Bericht zum Kinderschutz 2010 das Thema Eltern-Kind-Entfremdung nicht vorgekommen ist und forderten eine PAS- Studie.

Ich möchte sie bitten mir mitzuteilen, welche Maßnahmen eingeleitet wurden um ihre Forderungen und Anregungen zu erfüllen.

Mit freundlichen Grüßen,

Karl Eckert - Väteraufbruch für Kinder e.V. Kreisgruppe Kiel

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Antwort von
SSW

Sehr geehrter Herr Eckert,

Sie haben kürzlich eine Anfrage via Abgeordnetenwatch an mich gerichtet. Leider ist diese zwischenzeitlich ein wenig verschütt gegangen, so dass ich Sie bitte, meine etwas verspätete Antwort zu entschuldigen. Sie erinnern an die von Ihnen veranstaltete Podiumsdiskussion am 26.04.2012, die die „Schutzmaßnahmen der (damaligen) Landesregierung gegen seelische Kindeswohlgefährdung“ zum Thema hatte. Ich denke schon damals wurde deutlich, dass keine der vertretenen Parteien ein derart sensibles Thema für Wahlkampfzwecke instrumentalisieren wollte bzw. will. Das Ziel eines wirklich effektiven Kinderschutzes eint alle Abgeordneten hier im Landtag.

Doch selbstverständlich ist es auch vor diesem Hintergrund enorm wichtig, den Blick immer wieder auf aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Probleme in diesem Bereich zu lenken. Und ich muss zugeben, dass das von Ihnen besonders erwähnte Parental Alienation Syndrom (PAS) für mich und meine Kollegen genauso neu war, wie für viele Mitglieder im SSW. Deshalb will ich Ihnen sehr gerne für diese wichtige Anregung danken. Zwar waren die anschließenden Verhandlungen zu unserem Koalitionsvertrag nicht so kleinteilig, als dass wir dieses ganz konkrete Thema (und eben auch die Forderung nach einer entsprechenden Studie) anbringen konnten. Aber ihre Anregung hat durchaus zu kontroversen (und nicht nur parteiinternen) Diskussionen geführt und in jedem Fall zu einer erhöhten Sensibilität beigetragen.

Mittlerweile wissen wir zwar, dass dieses Thema in der Praxis des Kinderschutzes eine wichtige Rolle spielt. Auf der anderen Seite ist mir in der Diskussion mit u.a. dem Kinderschutzbund aber auch anderen Fachleuten jedoch zunehmend klar geworden, dass die Gefahr eines Bindungsverlustes in der neueren Forschung zunehmend auch der Gefahr einer andauernden (v.a. hochkonflikthaften) Streitbeziehung gegenübergestellt wird. Das heißt, dass im jeweiligen Einzelfall genau geprüft werden muss, was nachhaltig schädlicher für das Kind und seine Entwicklung ist. Daher kann man aus meiner Sicht als Landespolitiker, der natürlich in erster Linie das Kindeswohl im Auge hat, nicht einseitig nur auf den möglichen Bindungsverlust schauen. Daraus folgt für mich vor allem, dass wir die finanzielle und personelle Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe auch zukünftig so ausgestalten müssen, dass die Möglichkeit einer solchen möglichst gründlichen Einzelfallprüfung besteht. Ich gehe davon aus, dass auch dies in ihrem Sinne ist und danke für Ihre Anfrage.