Wie die älteren Menschen unserer Gemeinschaft wäre die BSW dafür das Wahlalter auf 14 Jahre abzusenken und dadurch eine größere Wahlbeteiligung von Jugendlichen abzurufen?
Wir als Jugendliche beobachten, dass die Wahlbeteiligung von älteren Menschen überwiegt, weil die Jugend in Berlin bis zum 16. Lebensjahr nicht wählen darf. Deswegen wünschen wir uns, dass wir als Jugendliche genauso frei wählen können. Wie die älteren Menschen unserer Gemeinschaft wäre die BSW dafür das Wahlalter auf 14 Jahre abzusenken und dadurch eine größere Wahlbeteiligung von Jugendlichen abzurufen?
Ellen-key-Schule, 10.Klasse
Hallo Alexander,
vielen Dank für Ihre Frage. Junge Menschen sind von heutigen politischen Entscheidungen besonders lange betroffen. Deshalb müssen ihre Interessen stärker berücksichtigt werden.
Berlin hat bereits einen wichtigen Schritt gemacht: Bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 dürfen 16- und 17-Jährige erstmals mitwählen. Eine Absenkung auf 14 Jahre ist derzeit jedoch keine beschlossene Forderung des BSW Berlin. Ich persönlich halte das Wahlrecht ab 16 zunächst für einen guten und verantwortbaren Schritt.
Natürlich besteht die Möglichkeit, dass manche Jugendliche aus Spaß oder Protest eine Partei wählen, ohne sich vorher mit deren Programm beschäftigt zu haben. Das kommt allerdings auch bei Erwachsenen vor. Das Alter allein sagt wenig über politische Reife aus: Es gibt sicherlich viele 14-Jährige, die verantwortungsvoller und informierter entscheiden als mancher 25-Jährige.
Gerade deshalb sollten wir nicht mit pauschalen Vermutungen arbeiten, sondern Erfahrungen sammeln. Nach der Wahl müssen wir auswerten, wie hoch die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen war. Um zusätzlich zu verstehen, wie und warum sie sich entschieden haben, brauchen wir freiwillige und anonyme Nachwahlbefragungen. Das Wahlgeheimnis muss dabei selbstverständlich gewahrt bleiben.
Auch unverbindliche Abstimmungen für Unter-16-Jährige sind eine gute Möglichkeit. Bei der Berliner U16-Wahl im September 2026 haben bereits 39.374 Kinder und Jugendliche ihre Stimme abgegeben. Solche Abstimmungen haben keinen Einfluss auf das tatsächliche Wahlergebnis, können aber erste Erkenntnisse darüber liefern, welche Themen und Parteien Jugendliche beschäftigen. Da diese Abstimmungen nicht repräsentativ sind, sollten sie durch anonyme Umfragen an möglichst vielen Schulen und Jugendeinrichtungen ergänzt werden.
Auf dieser Grundlage können wir später sachlich darüber diskutieren, ob eine weitere Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre sinnvoll ist. Gleichzeitig müssen politische Bildung, Gespräche mit Kandidaten und verständliche Informationen über die Parteiprogramme ausgebaut werden.
Junge und ältere Menschen sollten dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend ist, dass möglichst viele Menschen gut informiert und verantwortungsbewusst an unserer Demokratie teilnehmen.

