Ellen-key-Schule, 10.Klasse
Für Mädchen in unserem Alter oder auch ältere Frauen würde es immer schwieriger, ohne Angst nach 21:00 Uhr mit der BVB zu fahren oder an Orten mit dem Kottbusser Tor allein rauszugehen. Vor allem in der U8 kommt es öfter vor, dass man einen unangenehmen Blick oder schlimmeres abbekommt und das nicht nur nachts auch tagsüber fühlt man sich selten wohl. Auch wenn es mittlerweile Sicherheitspersonal gibt, ist es selten, dass man die Möglichkeit gibt, Bescheid zu sagen oder um Hilfe zu teilweise sind die auf Problem noch nicht einmal sicher und existent. Aus eigener Erfahrung ist es schwierig, in denen man aktiv belästigt wird verfolgt wird Hilfe zu suchen, eine belästigten Person zu alarmieren. Wir haben uns oft eine Art stillen Alarm gewünscht, der unter dem Sitz oder an den Wänden angebracht ist, in unserem Alter von gewalttätigen und schwerer Körperverletzung bedroht sind.Würden sie sich dafür einsetzen den Verkehr sicherer zu machen?
Hallo Alexander,
vielen Dank für deine Frage und dafür, dass du diese Erfahrungen teilst.
Ja, ich würde mich dafür einsetzen. Mädchen und Frauen müssen die U8, das Kottbusser Tor und den gesamten Berliner Nahverkehr zu jeder Tageszeit nutzen können, ohne Angst vor Belästigung, Verfolgung oder Gewalt haben zu müssen. Wenn Menschen bestimmte Linien oder Bahnhöfe aus Angst meiden, besteht politischer Handlungsbedarf.
Bereits heute gibt es in U-Bahnen Alarmgriffe, die eine Sprechverbindung zum Fahrpersonal herstellen. Auf jedem U-Bahnhof stehen mindestens zwei Notruf- und Informationssäulen mit direkter Verbindung zur Sicherheitsleitstelle. Seit Juli 2026 testet die BVG außerdem sogenannte „Pink*Zones“, durch die diese Notrufstellen besser erkennbar werden sollen.
Diese Möglichkeiten reichen aber nicht in jeder Situation aus. Wer gerade verfolgt oder belästigt wird, kann möglicherweise nicht sichtbar einen Alarmgriff betätigen oder laut mit der Leitstelle sprechen, ohne die Situation zu verschärfen. Ihr Vorschlag eines stillen Alarms schließt daher eine reale Lücke.
Bei fest eingebauten stillen Alarmknöpfen in Fahrzeugen muss allerdings geprüft werden, wie absichtlicher Missbrauch und versehentliches Auslösen verhindert werden können. Falsche Alarme könnten Sicherheitskräfte binden, die an anderer Stelle dringend benötigt werden. Denkbar wären beispielsweise eine längere Betätigung des Knopfes und die automatische Übermittlung der Fahrzeug- und Wagennummer. Der Schutz vor Missbrauch darf die Bedienung in einer wirklichen Gefahrensituation jedoch nicht unnötig erschweren.
Ein stiller Alarm über eine bestehende BVG-App erscheint mir vergleichsweise schnell umsetzbar, weil dafür nicht sofort sämtliche Fahrzeuge umgebaut werden müssten. Durch eine unauffällige Betätigung könnten Standort, Linie und Fahrtrichtung direkt an die Sicherheitsleitstelle übermittelt werden. Die betroffene Person könnte eine lautlose Bestätigung erhalten und bei Bedarf per Textnachricht weitere Angaben machen. Dafür müssten aber Netzabdeckung, Datenschutz, Standortbestimmung und eine jederzeit besetzte Leitstelle zuverlässig gewährleistet sein. Ich würde deshalb zunächst einen Modellversuch auf der U8 unterstützen.
Technik allein reicht jedoch nicht. Gerade zu kritischen Zeiten und an bekannten Brennpunkten brauchen wir mehr sichtbares und geschultes Sicherheitspersonal auf Bahnhöfen und in den Zügen. Das Land Berlin sollte diese zusätzliche Präsenz aus öffentlichen Mitteln gezielt mitfinanzieren und fördern, anstatt die Mehrkosten allein der BVG zu überlassen. Die Einsätze sollten sich an gemeldeten Vorfällen und den Erfahrungen der Fahrgäste orientieren.
Das Sicherheitspersonal muss besonders im Umgang mit sexueller Belästigung, Bedrohung und Verfolgung geschult werden. Kameras können Beweise sichern, ersetzen aber keine schnelle Hilfe vor Ort.
Wenn ich gewählt werde, möchte ich gegenüber Senat und BVG einen solchen App-Modellversuch, zusätzliche Mittel für Sicherheitspersonal und nachvollziehbare Reaktionszeiten einfordern. Bei der Entwicklung sollten Schülerinnen und Schüler sowie Mädchen und Frauen einbezogen werden, denn sie können am besten erklären, in welchen Situationen die bisherigen Hilfsmöglichkeiten versagen.

