Eugen Schlachter
DIE GRÜNEN

Frage an Eugen Schlachter von Evrtre Znguvnf bezüglich Umwelt

28. Februar 2011 - 14:20

Sehr geehrter Herr Schlachter,

Atommüllendlagerung? Was ist Ihre Meinung zu dieser Problematik. Ist es richtig auch weiter "sichere" Atomkraftwerke zu bauen, wenn die Endlagerung überhaupt noch nicht gelöst ist? Wie sehen die Alternativen zur Energiegewinnung aus Ihrer Sicht dazu aus und ist eine flächendeckende Energieversorgung mit alternativen Technologien überhaupt möglich, wenn ja, wie sieht diese aus? Mir persönlich (und vor allem für mein Kind) macht es Angst, in Zeiten wahnsinniger Terroristen, immer neue Atomkraftwerke zu bauen, wo kein Mensch dieser Erde zu 100% sagen kann, dass die Atomkraftwerke zu 100% "sicher" sind. Technisch ist vieles möglich, bisher aber nicht die vollständige Beseitigung radioaktiven Atommülls. Auf Ihr Feedback freut sich

Könten sie mir diesbezüglich Unterlagen zu Atommüll zu kommen lassen meine E-Mail haben sie ja schon.

Mit freundlichen Grüßen
Mathias Rieger

Frage von Evrtre Znguvnf
Antwort von Eugen Schlachter
28. Februar 2011 - 22:34
Zeit bis zur Antwort: 8 Stunden 13 Minuten

Sehr geehrter Herr Rieger,

es darf keine neuen Atomkraftwerke geben, aus Gründen, die bereits auch gegen Laufzeitverlängerungen sprechen. Mit jedem zusätzlichen Jahr fällt weiterer Müll an, für den es weder ein Endlager gibt, noch als gesichert gilt, dass die sichere Verwahrung des Mülls personell geleistet werden kann: man braucht hoch spezialisiertes Personal, das bereits aufgrund zur Neige gehender Uranressourcen auf eine Auslauftechnologie hin ausgebildet wird. Das heißt zugleich: auch wenn es keine Gefahren gäbe, könnte schon aus Gründen mangelnder Ressourcen die (fernere) Zukunft nicht in dem Ausbau der Atomenergie liegen. Diese wird aber mit der Laufzeitverlängerung vorbereitet, sowohl bezüglich der Ausstrahlungswirkung, die sie auf die Entwicklung der Netzinfrastruktur hat, als auch Schwellenländer, deren energiewirtschaftliche, industrielle Orientierung am "Vorbild" der Atomenergie nutzenden Staaten fehlgeleitet wird. Unter diesem Blickwinkel sind die weltweiten Terrorgefahren in Bezug auf nukleare Ziele weit größer als sie bereits in Betrachtung des unzureichenden Schutzes deutscher AKWs sind.

Die Risiken sind insbesondere dann nicht hinnehmbar, wenn es Alternativen gibt, wie sie uns mit den Erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen.

Freundliche Grüße
Eugen Schlachter, MdL