Warum wird Psychotherapie auf Facharztniveau schlechter bezahlt, obwohl der Bedarf stetig steigt?
Psychotherapeutinnen absolvieren ein Bachelor- und Masterstudium & eine mehrjährige Weiterbildung. Ausbildung, Verantwortung & wissenschaftlicher Anspruch entsprechen in Umfang und Niveau der fachärztlichen Ausbildung. Dennoch wurde beschlossen, die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 % zu senken.
Der Weg in diesen Beruf ist bereits heute extrem anspruchsvoll & mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden. Studium, Weiterbildung und strukturelle Rahmenbedingungen führen dazu, dass sich viele angehende Psychotherapeutinnen verschulden müssen, bevor sie in ihren Beruf starten. Eine Honorarkürzung ist das falsche Signal.
Gleichzeitig warten Patientinnen bereits heute oft viele Monate auf einen Therapieplatz. Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit & Frühverrentung-der Bedarf an Behandlung steigt.
Wer eine Versorgung auf Facharztniveau erwartet, muss auch strukturelle Voraussetzungen dafür schaffen.Psychotherapie ist kein Luxus.
Hallo Frau K.,
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich finde es bedenklich, die Vergütung von psychotherapeutischen Leistungen zu kürzen. Ausgerechnet in Zeiten eines hohen und wachsenden Bedarfs an psychotherapeutischer Versorgung belasten solche Kürzungen das Gesundheitssystem zusätzlich und sie senden ein falsches Zeichen an Menschen in psychischen Krisen. Ich finde es besonders problematisch, wenn durch solche Kürzungen ein System geschaffen wird, das Privatversicherte bevorzugt und somit der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung für gesetzlich Versicherte noch schwerer wird.
Als Abgeordneter des Europäischen Parlaments kann ich auf dieses Problem nur indirekt Einfluss nehmen, da gesundheitspolitische Fragen in erster Linie auf Ebene der Mitgliedstaaten entschieden werden. Aber ich Unterstütze die Position meiner grünen Kollegin Kirsten Kappert-Gonther vollkommen. https://www.gruene-bundestag.de/presse/2026/pm-maerz-2026/kirsten-kappert-gonther-zu-den-honorarkuerzungen-in-der-psychotherapie/ Mit freundlichen GrüßenErik Marquardt

