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Emilia Franziska Müller
CSU
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Frage von stefan t. •

Frage an Emilia Franziska Müller von stefan t. bezüglich Umwelt

Sehr geehrte Frau Müller,

ich mache mir Sorgen zwecks der Endlagerung von Atom-Müll.
Vor 15 Jahre war ich mal als Besucher im Bergwerk Asse und habe gesehen wie die Fässer die dort deponiert sind quasi wie Bauschutt behandelt wurden.

Aktuell hat man festgestellt, das in Asse täglich 12.000 Liter Wasser einsickern . Bei einer Endlagerung von Atom-Müll sollte man aber Sicherheit über einen Zeitraum von gut 10.000 Jahren haben. Wie soll so was sicher gestellt werden??

mfg

Stefan Thiel

Portrait von Emilia Franziska Müller
Antwort von
CSU

Sehr geehrter Herr Thiel,

vielen Dank für Ihre Frage. Wie Sie wissen, werden die Vorkommnisse im Lager Asse derzeit noch untersucht und es gibt noch keinen abschließenden Befund. Eines aber lässt sich einmal mehr klar sehen: Das von Herrn Gabriel geführte Bundesumweltministerium nutzt auch diese Vorgänge, um die Kernenergie als Ganzes schlecht zu reden. Wir verfolgen in der CSU eine andere Strategie: Wir brauchen eine ideologiefreie Energiepolitik ohne Scheuklappen. Diese schließt die Kernenergie als Brückentechnologie mit ein – damit die Energieversorgung in Bayern gesichert ist und Strom für die Menschen bezahlbar bleibt.

Zur Frage der Endlagerung möchte ich Folgendes ausführen: Die Endlagerung abgebrannter Kernbrennstoffe im Salzstock wurde bereits intensiv untersucht. Allein für das Endlager Gorleben wurden bisher über 1,5 Mrd. € für die Erkundung investiert. Die Vorteile einer Endlagerung im Salzgestein konnten hier deutlich gezeigt werden. Alle bisher gewonnen fachlich-wissenschaftlichen Erkenntnisse haben die geologische Eignung des vorgesehenen Endlagerstandorts Gorleben bestätigt.

Gorleben und Asse sind zwei völlig unterschiedliche Fälle: Während es sich in Asse um ein ehemaliges Salzbergwerk handelt, in dem bereits Jahrzehnte lang (von 1909 bis 1964) Salz abgebaut wurde, handelt es sich in Gorleben um einen unberührten Salzstock, der einzig und allein für die Endlagerung erschlossen werden soll. Eine Vorbelastung – alte, schlecht dokumentierte Schächte und Ablagerungen – wie in Asse sind hier nicht vorhanden, zudem werden wesentlich größere Abstände zu den angrenzenden Gebirgen eingehalten.

Ich kann daher nur meinen Appell an Bundesumweltminister Gabriel wiederholen: Er muss den mit dem sog. 10-jährigen Endlager-Moratorium auferlegten Stopp der weiteren Erkundung in Gorleben aufgeben. Hier wird aus politischen Gründen eine weitere Prüfung seit dem Jahr 2000 verzögert. Denn seit 2005 sind alle offenen Fragen abgearbeitet. Die ergebnisoffenen Erkundungsarbeiten müssen fortgeführt werden. Denn ich sehe das wie Sie: Wir brauchen eine Endlagerlösung, die für die Menschen maximale Sicherheit garantiert.

Mit freundlichen Grüßen

Emilia Müller