Kilian Kronimus
ÖDP
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Frage von Oäeory Ebzonpu an Kilian Kronimus bezüglich Arbeit und Wirtschaft

# Arbeit und Wirtschaft 27. Feb. 2011 - 06:59

Sehr geehrter Herr Kronimus,

was halten Sie von Zeitarbeit ?
Immer mehr Arbeitsverträge sind zeitlich befristet und die Zeitarbeitfirmen boomen.
Die Bezahlung ist schlecht und die Arbeitszeiten werden immer unkalkulierbarer.

Was halten Sie von Mindestlöhnen? Viele Löhne sind so niedrig, dass man nicht davon leben kann.

Mit freundlichen Grüßen

Bärbel Rombach

Von: Oäeory Ebzonpu

Antwort von Kilian Kronimus (ÖDP)

Sehr geehrte Frau Rombach,

von Arbeit muss man leben können. Leider hat der Gesetzgeber dem Lohndumping Tür und Tor geöffnet.

Ich fordere einen Mindestlohn für alle Branchen. Lohn aufzustocken durch den Staat führt dazu, dass die Arbeitsplätze staatlich subventioniert werden und viele Unternehmen dies schamlos ausnutzen. Arbeit muss sich lohnen, vor allem für den Arbeitnehmer. Unsere Sozialsysteme basieren auf dem Faktor Arbeit. Dieser wird zunehmend stärker belastet, weil immer weniger Arbeitnehmer immer mehr aufbringen müssen. Der Kaufkraftverlust schreitet weiter fort. Die mittleren und unteren Einkommensbeziehen haben immer weniger in der Tasche. Statt alle Einkommensarten für die Sicherung der Sozialsysteme zu verwenden, macht man Arbeit immer teurer, weil die Lohnnebenkosten ständig steigen.

Die 400 Eurojobs haben viele reguläre Stellen vernichtet, insbesondere im Dienstleistungssektor. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der 400 Eurojobs werden doppelt bestraft. Sie können von mehreren Jobs kaum leben und ihre Altersversorgung ist so minimal, dass sie im Rentenalter auf das Sozialamt angewiesen sind.

Zeitarbeit ist für viele Menschen zum Alltag geworden. In ihrer Not sind viele gezwungen, schlecht bezahlte Jobs anzunehmen ohne Perspektive. Ich fordere, dass Zeitarbeiter, den gleichen Lohn haben, wie die Kollegen, die die gleiche Arbeit machen und unbefristet angestellt sind. Es darf nicht sein, dass skrupellose Manager Arbeitnehmer gegen einander ausspielen können.

Die Finanz- und Energiebranche wird kaum für die Finanzierung unserer Sozialsysteme herangezogen. Durch ihre Firmenspenden an die großen Parteien verhindern sie, dass sie sich dem Solidaritätssystem anschliessen muss.

Die Arbeitswelt hat sich grundlegend verändert. Hire and fire liegt an der Tagesordnung und viele Arbeitnehmern sind in der Zeitarbeit beschäftigt. Für viele Unternehmen ist dies von Vorteil. Gesellschaftlich ist diese Entwicklung kritisch zu beurteilen, denn viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer scheuen sich eine Familie zu gründen oder ein Haus zu bauen, obwohl sie dies gern tun würden. Weil man das Morgen nicht mehr planen kann, sind Investionen in Zukunft zum großen Risiko geworden. Volkswirtschaftlich gesehen, ist diese Entwicklung katastrophal, weil unser Generationenvertrag nicht mehr funktionieren wird.

Wir müssen den Stellenwert von Arbeit in unserer Gesllschaft wieder höher bewerten. Der Status der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Gesellschaft muss verbessert werden und der Faktor Arbeit muss entlastet werden. Es kann nicht sein, dass Zocker an den Börsen, Unternehmen ruinieren, welche dann durch Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer saniert werden müssen. Es kann nicht sein, dass Manager enorme Gehälter beziehen und ihren Mitarbeitern nichts gönnen.

Mit freundlichen Grüßen
Kilian Kronimus