Dr. Koch vor einer bemoosten Esche am Rheinufer.
Dieter Koch
ÖDP
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Frage von Jasmin K. •

Frage an Dieter Koch von Jasmin K. bezüglich Landwirtschaft und Ernährung

Sehr geehrter Herr Koch,

was tun Sie und Ihre Partei konkret, um dem Speziesismus in unserer Gesellschaft zu begegnen?

Vielen Dank & freundliche Grüße
Jasmin Kircher

Dr. Koch vor einer bemoosten Esche am Rheinufer.
Antwort von
ÖDP

Sehr geehrte Frau Kircher,
Speziesismus ist ein sehr schwieriger Bergiff.  Es handelt sich dabei prinzipiell um die Betrachtung der kompletten Umwelt aus der Sicht einer Spezies. Also im Prinzip die Sichtweise der Schöpfungsgeschichte und des alten Testaments. Eine solche Betrachtung liegt mir persönlich als Ökologe fern.

Häufig wird der Begriff von radikalen Tierschützern oder im Zusammenhang mit Veganismus benutzt. Hierbei wird er aber meist fälschlich genutzt, nämlich auch wieder nur aus der Sicht der betroffenen Menschen. Genau genommen definiert er das Recht jeden Lebewesens auf freie Entfaltung. Dabei beschränkt er sich nicht auf Tiere, da mittlerweile ausreichend nachgewiesen ist, dass auch Pflanzen Schmerzen spüren, sich solidarisch verhalten und z.T. aktive Brutpflege betreiben. In meiner Arbeit als Ingenieurbiologe bin ich viel auf Pflanzenempathie angewiesen. Und ich sage Ihnen auch Pflanzen leiden, oft über viele Jahre, bevor sie sterben. (siehe als Beispiel die Ahornbäume an der Vangerowstrasse oder vor 10 Jahren am Franz-Knauff-Platz, die bewusst so zurückgeschnitten wurden, dass sie 5 Jahre später gefällt werden konnten).

Sie sprechen wahrscheinlich den Bereich Tierschutz in der Fleischproduktion an. Dieser ist bereits im Grundgesetzt verankert, wird aber faktisch nicht durchgesetzt, sobald es um wirtschaftliche Interessen geht. Die ÖDP setzt sich für ökologische Landwirtschaft ein, in der das Tierwohl an vorderster Stelle steht. Zudem stehen wir für einen nachhaltigen Schutz von Böden, was Excesse wie in der "modernen" Tierhaltung von vorneherein ausschliesst. Daher unsere Forderung nicht mehr Tiere in einem Betrieb, als der Boden ernähren kann und deren Gülle er nachhaltig für die Produktion aufnehmen kann. Die unmenschlichen Verhältnisse in Schlachthöfen lassen sich nur durch stärkere soziale Kontrolle in den Griff bekommen. Da der Staat das nicht leisten kann (oder will) plädieren wir für lückenlose Aufzeichnung aller Vorgänge und den Zugang zu diesen Aufzeichnungen für Journalisten und gemeinnützige Vereine.
Persönlich setzte ich mich für eine stärkere Kontrolle der Katzenpopulationen ein (Katzensteuer, Kastrationspflicht).  Da die nachgewiesener massen durch ihren Jagdtrieb für das Aussterben vieler Tiere mit verantwortlich sind.  

Gegen den Speziesismus hilft nur eine konsequente Aufklärung und Ausbildung unserer Jugend an der Schule.

mit freundlichen Grüssen Dieter Koch