Schnelle Rechtssicherheit nur bei organisatorischem Druck - aber nicht bei der amtsangemessenen Alimentation?
Sehr geehrter Frau Herbstreuth,
Sie betonen im Zusammenhang mit dem aktuellen Beförderungsstopp der Bundeswehr, gerichtliche Entscheidungen müssten konsequent und zügig umgesetzt werden, um Rechtssicherheit und Verlässlichkeit für die Truppe zu gewährleisten.
Wie erklären Sie vor diesem Hintergrund den deutlich anderen Umgang mit der amtsangemessenen Alimentation, bei der trotz mehrfacher verfassungsrechtlicher Beanstandungen seit Jahren Übergangsregelungen, neue Berechnungsmodelle und fortlaufende Gerichtsverfahren dominieren?
Besteht nicht die Gefahr, dass bei Soldatinnen, Soldaten und Beamten der Eindruck entsteht, der Staat reagiere besonders schnell dort, wo Organisations- und Verwaltungsabläufe unmittelbar betroffen sind, während bei finanziell und haushaltspolitisch belastenden Fragen deutlich stärker auf zeitliche Streckung und Grenzauslotung gesetzt wird?

