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Daniel Peters
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Frage von Reno S. •

Warum wird die Straßenbahnlinie 6 und 3 nicht mehr bis zum Neuen Friedhof weitergeführt?

Sehr geehrter Herr Peters,
nach ca. 110 Jahren wird die Linie zum Neuen Friedhof eingestellt. Das Aufkommen an Fahrgästen (Asylbewerberheim, Neuer Friedhof, Wohngebiet) ist vorhanden. Dafür vom vom Zoo bis zum neuen Friedhof Busse fahren zu lassen ist wegen des täglichen Staus bzw. Staugefahr eine zweischneidige Alternative. Die beabsichtigte Strecke über Reutershagen - nach derzeitigem Stand ca. 60 Mio. Bau - soll in den nächsten zehn Jahren kommen. Die Strecke vom Platz der Jugend bis zum Zoo wird auf Grund der fehlenden Wendemöglichkeit ein Nadelöhr, zumal die RSAG nicht über genügend Bahnen verfügt, die auch rückwärts fahren können. In Zeiten, wo der innerstädtische Straßenverkehr auf die Schiene sollte, ist die Begründung, bei der Sanierung der Brücke Rennbahnallee Kosten zu sparen, nicht akzeptabel. Dass die Sanierung der Brücke und der Ausbau über Reutershagen über zwei verschiedene Geldtöpfe finanziert wird, solte nicht das Entscheidungskriterium sein!
Herzlichst, Reno S..

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Antwort von CDU

Zunächst einmal vielen Dank für Ihre Nachricht. Die Entwicklung rund um die Straßenbahnlinie zum Neuen Friedhof beschäftigt viele Menschen in unserer Stadt, und Ihre Rückmeldung zeigt sehr deutlich, wie tief diese Verbindung im Alltag der Anwohnerinnen und Anwohner verankert ist. Gerade in den Stadtteilen rund um Zoo, Rennbahnallee und Stadtweide wird der Wegfall der Linie als spürbarer Verlust wahrgenommen. Es ist mir wichtig, Ihnen zu versichern, dass wir diese Sorgen sehr ernst nehmen und nicht als Randthema betrachten.

Als CDU‑Fraktion in der Rostocker Bürgerschaft, der ich als Fraktionsmitglied angehöre, haben wir uns intensiv mit den fachlichen Einschätzungen der Verwaltung und der RSAG auseinandergesetzt. Die Stadt steht beim Gesamtprojekt TRAM WEST in einem strengen Förderrahmen des Bundes. Diese Mittel sind an klare wirtschaftliche und verkehrsplanerische Kriterien gebunden. Sie leichtfertig zu gefährden, wäre nicht verantwortbar, gerade in Zeiten, in denen kommunale Haushalte stark belastet sind und wir jede Investition sorgfältig abwägen müssen.

Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Mobilität nicht allein eine Frage von Berechnungen und Tabellen ist. Menschen haben über Jahrzehnte auf die Verbindung zum Neuen Friedhof vertraut. Diese Bedürfnisse verdienen Respekt. Eine rein rechnerische Betrachtung greift hier zu kurz.

Wir haben die im April dieses Jahres eingebrachte Petition der Bürgerinnen und Bürger aufmerksam zur Kenntnis genommen und sehen darin ein wichtiges Signal. Aus diesem Grund waren wir bereit, den Antrag der SPD‑Fraktion in der Bürgerschaft zu unterstützen, der eine erneute Prüfung einer möglichen Straßenbahnanbindung des Neuen Friedhofs vorsah. Unser Ziel war es, sicherzustellen, dass alle Optionen transparent und ohne Vorfestlegung geprüft werden. Diesem Antrag haben wir als Fraktion zugestimmt, wenngleich er in der Bürgerschaft keine Mehrheit fand.

Ihre Hinweise zur Verkehrssituation zwischen Zoo und Neuem Friedhof, zu den technischen Einschränkungen an der Wendestelle Zoo sowie zu den langfristigen Planungen über Reutershagen sind berechtigt. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass wir nicht nur über den Wegfall einer Linie sprechen, sondern über eine verlässliche Alternative. Die RSAG ist hier klar gefordert, eine Bustaktung sicherzustellen, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen entspricht und die Verkehrslage realistisch berücksichtigt. Ein Bus, der im täglichen Stau stecken bleibt oder zu selten fährt, kann die weggefallene Straßenbahn nicht ersetzen.

Für uns steht vollkommen außer Frage, dass wenn die Schienenanbindung aus förderrechtlichen Gründen derzeit nicht fortgeführt werden kann, die RSAG ein belastbares Konzept vorlegen muss, das die Erreichbarkeit des Neuen Friedhofs dauerhaft gewährleistet, sei es durch eine robuste Taktverdichtung, eine optimierte Linienführung oder eine Übergangslösung, die den besonderen Charakter dieses Zielortes respektiert. Parallel dazu müssen die langfristigen Planungen über Reutershagen so vorangetrieben werden, dass Rostock in den kommenden Jahren eine moderne und zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur erhält, die Straße und Schiene sinnvoll miteinander verbindet.

Wir werden das Thema weiter eng begleiten und uns dafür einsetzen, dass die Interessen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht aus dem Blick geraten. Für ein persönliches Gespräch oder weitere Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

 

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