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Daniel Gerber
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Frage an Daniel Gerber von Isabella B. bezüglich Gesundheit

Sehr geehrter Herr Gerber, mich würde interessieren, was in Anbetracht der aktuell steigenden Covid-Infektionszahlen in Sachsen dafür getan wird, dass das Impfen in Praxen besser organisiert wird? Wo liegen die Problemstellen und was wird getan, um sie zu lösen? Reden Sie mit Verantwortlichen von Ländern, in denen bisher erfolgreicher geimpft wird, um zu erfahren, wie der Impfprozess beschleunigt werden kann?

Frage von Isabella B. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 3 Wochen 1 Tag

Sehr geehrte Frau Braun,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Unsere gesundheitspolitischen Sprecher:innen sind in regelmäßigen Austausch mit Kolleginnen anderer Bundesländern und dem Bund. Um eine schnellstmögliche Impfung über die Hausärzte zu erreichen, müssen ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen. Es müssen des Weiteren Rahmenbedingungen festgelegt und diese frühzeitig mit den Hausärzten kommuniziert werden. Es muss geklärt werden welcher Personenkreis durch die Hausärzte geimpft werden darf, wann und vor allem wie viele Impfstoffe geliefert werden. Wir setzen uns schon sehr lange für die Einbindung der Hausärzte ein, da Sie den besten Zugang zum Patienten haben und viel administrative Arbeit entfällt. Nach eigenen Aussagen unterstützen dies die Hausärzte und Hausärztinnen sehr und stehen längst bereit. Eine Einbindung der Hausärzte womöglich erst ab Mai, so wie in der Gesundheitsministerkonferenz entschieden hat, wäre viel zu spät und ist nicht tragbar gewesen. Wie Sie den Medien sicher entnehmen konnten, werden Hausärzte jetzt (zum Glück) großflächig in Sachsen hinzugezogen. Zudem wurden die Kapazitäten auch in den Impfzentren hochgefahren. Eine Übersicht über freie Kapazitäten finden Sie hier: https://www.countee.ch/app/de/counter/impfee/_iz_sachsen Die Impfbereitschaft ist hoch – das darf nicht verspielt werden.

In Sachsen sind inzwischen fast alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal von Pflegeheimen geimpft. Auch die Dialysepatienten sind geimpft. Des Weiteren schreitet die Impfung des Personenkreises der Priorität I, weiter voran. Die Prio 2 incl. der über 60-jährigen sind freigeschaltet und aus reichend Termine sind verfügbar.
Dieses Tempo muss nun gehalten oder besser noch beschleunigt zu werden. Ziel muss es sein, ALLEN Menschen, schnellstmöglich ein Impfangebot zu unterbreiten. Wir setzen uns dafür ein, weniger Impfstoff für die Zweitimpfung zurückzuhalten, da bereits nach der erstimpfung oft ein Schutz von bis zu 80% gegen einen schweren Verlauf besteht. Die zweite Impfung erhöht lediglich den Schutz. Es ist in Anbetracht der Lage besser, wenn zwei Menschen zu 80% geschützt sind, als einer zu 90%.

Weil wir wissen, dass einfach verständliche und barrierearm verfügbare Informationen die Impfbereitschaft steigern, bedarf es einer optimierten Impf-Kampagne, die auch dezidiert Ängste, Sorgen und Falschinformationen zielgruppenspezifisch adressiert. Die Weiterentwicklung der Corona-Warn-App und die Optimierung der Software der sächsischen Gesundheitsämter sind wichtige Schritte hin zu einer besseren Pandemiebekämpfung, welche wir auch auf Bundeseben weiter einfordern werden. Die tägliche Datenanalyse soll zudem die alters- und geschlechtsspezifische Betroffenheit darlegen, um einen gezielten Blick auf Hot Spots legen zu können.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Sollten Sie weitergehende Fragen haben, zögern Sie nicht, auch direkt unsere gesundheitspolitische Sprecherin, Kathleen Kuhfuß zu kontaktieren.

Grüne Grüße
Daniel Gerber

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