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Dagmar Wöhrl
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Frage an Dagmar Wöhrl von Bert H. bezüglich Wirtschaft

Im Länderbericht der Europäischen Kommission vom Februar 2017 heißt es: "Von 2008 bis 2014 stach Deutschland durch eine Politik hervor, die stark die Armut vergrößerte."
Dieser sehr ernüchternde Bericht aus Brüssel zum Versagen deutscher Sozialpoltik hat bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit in den Medien erhalten.
Die Brüsseler Behörde stellte weiter fest, daß selbst eine angeblich positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt das Armutsrisiko nicht verringert habe.
Eine Studie im Auftrag der Bundesregierung ergab, daß sich der Bundestag bei seinen Entscheidungen vor allem an den Interessen der Wohlhabenden und Vermögenden orientiert. Der Rest hat das Nachsehen. Ein erschreckendes Ergebnis: Bei reichen Bürgern kommt es immer mehr zu einer stärkeren Machtkonzentration. Ungleicher Einfluß untergräbt aber die Demokratie.
Frau Wöhrl, zur Höhe Ihres eigenen Vermögens schweigen Sie ja am liebsten. Zuletzt schätzte das Manager-Magazin im Oktober 2016 die Familie Wöhrl auf etwa 250 Millionen Euro, das ergibt Platz 460 in der Liste der reichsten Deutschen.
Mit Beteiligungen an rund 40 Unternehmen und hervorragend dotierten Nebentätigkeiten, zusätzlich zu Ihrer gut honorierten Polit-Arbeit, arbeiten Sie natürlich weiterhin an der Vermehrung Ihres Vermögens.
Lt. Bunte-Illustrierte sagten Sie einmal, Sie kennen "fast alle Flüchtlingslager auf dieser Welt". Warum machen Sie dennoch nur Politik für Reiche?
Demnächst wollen Sie an der Seite des umstrittenen Finanzunternehmers und Multimillionärs Carsten Maschmeyer in VOX-TV-Shows auftreten und auch dort für Sie neue Investitionen tätigen. Sie nannten diese "Höhle-der-Löwen-TV-Show" eine Bestätigung dafür, daß Deutschland heute immer noch ein Volk der Dichter und Denker sei (Gründerszene). Wollen Sie ernsthaft dieses Kommerz-TV-Format mit Leuten wie Maschmeyer & Co. auf die Ebene von deutschen Dichtern und Denkern stellen? Würden Sie denn auch Ihre frühere Rolle in dem Spielfilm "Die Stossburg" als hohe Filmkunst bezeichnen wollen?

Frage von Bert H. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat 3 Wochen

Sehr geehrter Herr Hofner,

danke für Ihre Nachricht.

Sie zitieren einen Bericht für die Zeit bis 2014. Zunächst muss man feststellen, dass die wirtschaftliche Situation in Deutschland gegenwärtig so gut und die Zahl der Beschäftigten so hoch ist, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Zum anderen muss man bei Berichten zur Messung der Armut auch immer sehr genau hinschauen. Meist werden relative Berechnungen angestellt, wo das mittlere Einkommen als Vergleichswert zu Grunde gelegt wird. Dann werden auch Studenten miteingerechnet, die zeitweise wenig Geld zur Verfügung haben, die nach ihrem Studium aber in der Regel ein überdurchschnittlich hohes Einkommen erzielen. Oftmals werden Kaufkraft-Faktoren in den Armutsberichten nicht ausreichend berücksichtigt. Das alles kann das Bild bei der Zahl der Menschen, die von absoluter Armut betroffen sind, verzerren. Dass alle Teile der Bevölkerung vom Aufschwung profitieren, ist ohne jede Frage sehr wichtig. Ich habe mich wirtschafts- und sozialpolitisch stets dafür eingesetzt, dass Wirtschaftswachstum immer allen Menschen zu Gute kommt.

Zu Schätzungen über das Einkommen der Familie Wöhrl möchte ich daran erinnern, dass die Familie Wöhrl aus mehreren Personen besteht. Wenn Sie sich genauer über meine Aktivitäten informieren, werden Sie feststellen, dass ich in vielfältiger Weise ehrenamtlich aktiv bin, ohne dafür Geld zu erhalten. Dass ich viele Flüchtlingslager weltweit besucht habe, ist richtig. Falsch ist, dass ich „Politik für Reiche“ machen würde, denn als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung habe ich mich viele Jahre lang vor allem für die Ärmsten dieser Welt eingesetzt. Mit Blick auf die Förderung der Gründerszene in Deutschland möchte ich meine Aussage wiederholen, dass Deutschland kaum über Rohstoffe verfügt. Die Unterstützung von hochmotivierten jungen Menschen, die Innovationen vorantreiben und damit Arbeitsplätze in Deutschland schaffen, halte ich darum für sehr wichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Dagmar G. Wöhrl