Was ist Ihre Meinung zum künftigen Umgang mit ihrer grössten Konkurrenz, der AfD. Gibt es einen Weg, liberalen Konservatismus und postliberalen Populismus zu versöhnen - oder ist der Bruch zu tief?
Einen Bruch gibt es nicht, da es nie eine Zusammenarbeit gab, die zerbrechen könnte.
Doch Sie treffen mit der Frage natürlich den Nagel auf den Kopf: Wie umgehen mit zwar demokratisch gewählten Volksvertretern, die allerdings einer gesichert rechtsextremen Partei angehören?
Das genau ist das Problem, um das wir ringen sollten. Denn natürlich: Wenn Menschen ihre Vertreter in die Parlamente wählen, erwarten sie, dass der demokratische Prozess dann nicht abbricht sondern weitergeht. Das heißt, dass jeder seine Stimme eingesetzt sehen will, damit seine Vertretung, ob in Regierung oder Opposition, am Meinungsbildungsprozess und Lösungsentwicklung mitwirken kann.
Eine Zusammenarbeit mit Vertretern einer Partei, die unsrer Freiheitlich Demokratische Grundordnung nicht achtet, kommt für mich persönlich nicht in Frage. Ein Zuhören und ein Diskutieren, um andere Perspektiven besser verstehen zu können allerdings schon.
Zum Abschluss: Es gehört nicht zu meinen Werten und nicht zu den Werten der CDU in der Politik mit Populismus zu arbeiten. Populismus vereinfacht komplexe Sachverhalte in einer so starken Weise, dass die Aussagen falsch werden und damit auch vermeintlich einfache Lösungen präsentiert werden, die jedoch völlig unrealistisch sind. Zugleich wiegelt die AfD die Menschen auf, hetzt sie mit dem Schaffen von Feindbildern auf, beleidigt in Respektlosigkeit vor der Würde anderer Menschen und redet Probleme größer, als sie vorher empfunden wurden, anstatt sie sachlich zu diskutieren. (Anm. Hier nutze ich die aktuelle Begriffsverwendung und reduziere nicht, wie manche es tun, auf die verfälschende Übersetzung Volkstümlichkeit (lat. populus - Volk))
Ein respektvolles gegenseitiges Zuhören und miteinander Diskutieren soll zwischen allen Menschen möglich sein. Eine Versöhnung zwischen einer konservativen, lösungsorientierten Politik der CDU und einem Populismus ist mit meinen Werten und den Werten der CDU nicht vereinbar.

