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Claudia Engelmann
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Mit welchen konkreten Mitteln wollen Sie sich gegen Kinderarmut und Kinderobdachlosigkeit (besonders in der Corona-Zeit) einsetzen?

Frage von Maria S. am
Thema
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 3 Tage

Sehr geehrte Frau S.

 

als erster Bezirk hat Lichtenberg auf Initiative unseres Bezirksbürgermeisters Michael Grunst einen Bericht zur Kinderarmut vorgelegt. Daraus geht hervor, dass mit der Bevölkerungszahl auch die Zahl armer Kinder steigt. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren zählt der Bericht als arm, wenn sie oder ihre Familien von ALG II, umgangssprachlich Hartz IV, leben. Das betrifft 13.444 Kinder in Lichtenberg – 28 Prozent der Kinder in dem Bezirk. Berlinweit sind es 27 Prozent.

Wir als LINKE wollen, dass Kinder frei von materieller Not und Armut aufwachsen können und alle die gleichen Chancen für ihr Leben haben.

 

Vier Arbeitsgruppen wurden auf unsere Initiative hin im Bezirk eingerichtet, die sich mit Gesundheit, Bildung, existenzieller Versorgung und sozialer Teilhabe befassen. Sie haben erarbeitet, was Kinder in Armutslagen brauchen: Neben einer nachhaltigen Kindergrundsicherung soll die Gesundheitskompetenz von Kindern verbessert werden. Dazu sollen an fünf Lichtenberger Schulen Gesundheitsfachkräfte eingestellt werden. Mentoring-Programme sollen beim Übergang von Schule zum Beruf helfen, Hilfsangebote die Beantragung von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepakt (BUT) erleichtern. Diese umfassen etwa Mittagsverpflegung in Schulen oder Finanzierungen für Klassenfahrten. Auch eine Erweiterung der Schuldenberatung für Jugendliche ist geplant.

 

Mit der Kampagne "100 Stimmen gegen Kinderarmut" haben wir geschafft das Thema auf die Agenda zu setzen und gemeinsam mit vielen Aktiven in der Lichtenberger und Berliner Stadtgesellschaft daran zu arbeiten. Über die konkreten Maßnahmen können sie sich hier weiter informieren: https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/koordinationen/kinderarmutspraevention/kampagne/artikel.1071353.php

 

Nicht alles kann im Bezirk oder in Berlin gelöst werden. Auf Bundesebene setzen wir uns als LINKE seit Jahren mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen für eine Kindergrundsicherung ein. Über unser Konzept zur Kindergrundsicherung können sie hier finden: https://www.linksfraktion.de/themen/positionspapiere/detail/kindergrundsicherung-mit-links-kein-kind-zuruckzulassen-kinderarmut-uberwinden/ 

 

Herzliche Grüße

Claudia Engelmann​

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