Sind die aktuellen Vorschläge zu Benzinpreisen Zielführend?
Hallo Herr Pantazis,
ich finde die aktuellen Vorschläge zur Benzinpreissenkung insgesamt kaum Zielführend.
Steuersenkung Grundnahrungsmittel,
Pendlerpauschale anpassen, Preisdeckel auf Kraftstoff.
Der Großteil des Benzinpreises ergibt sich aus der Ökosteuer.
Diese macht zur Weltrettung leider keinen nennenswerten Anteil aus, hat aber den größten Hebel.
Also, hier senken und die Mineralölkonzerne zu Weitergabe verpflichten
Mit freundlichen Grüßen
Martin K.
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Für das Jahr 2026 wurde sich am vergangenen Wochenende im Koalitionsausschuss auf ein Energie-Sofortprogramm geeinigt. Dieses sieht vor:
Eine Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent brutto pro Liter, befristet auf zwei Monate. Diese Maßnahme wirkt unmittelbar und sorgt für eine spürbare Entlastung, insbesondere für Pendlerinnen und Pendler sowie alle, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind.
Die Finanzierung erfolgt unter anderem durch Maßnahmen gegen übermäßige Krisengewinne. Die EU-Kommission prüft derzeit eine entsprechende Übergewinnsteuer. Bereits 2022 wurde ein solches Instrument eingesetzt. Unser Ziel ist klar: Maßlose Krisenprofite sollen abgeschöpft und an die Verbraucherinnen und Verbraucher zurückgegeben werden.
Zudem verschärfen wir das Kartellrecht deutlich. Es muss sichergestellt werden, dass Preissenkungen auch tatsächlich bei den Menschen ankommen. Missbräuchliche Preistreiberei wird schneller erkannt und unterbunden.
Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: Ein erheblicher Anteil des Kraftstoffpreises entfällt auf staatliche Abgaben. Gleichzeitig müssen wir jedoch die Balance wahren zwischen Entlastung, Finanzierung staatlicher Aufgaben und den notwendigen Investitionen in die Zukunft. Die aktuellen Entwicklungen – insbesondere die wirtschaftlichen Verwerfungen infolge des Iran-Kriegs – zeigen deutlich, wie wichtig eine sichere, unabhängige und bezahlbare Energieversorgung ist.
Deshalb treiben wir den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent voran. Auch wenn deren Anteil derzeit noch nicht alle Probleme löst, liegt hier ein entscheidender Hebel für langfristig stabile und bezahlbare Energiepreise sowie mehr Unabhängigkeit von globalen Krisen.
Ihr Hinweis, Mineralölkonzerne stärker in die Pflicht zu nehmen, ist absolut berechtigt. Genau hier setzen wir mit schärferen kartellrechtlichen Instrumenten und der möglichen Abschöpfung von Übergewinnen an. Unser Ziel ist klar: Entlastungen müssen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen – nicht in den Bilanzen einzelner Unternehmen verbleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christos Pantazis

