Welche konkreten Maßnahmen ergreifen Sie gegen zunehmende Waldbrände, und was muss Ihrer Meinung nach politisch getan werden, um Waldbrände künftig besser zu verhindern und einzudämmen?
Waldbrand im hohen Venn
Waldbrand im Hürtgenwald
Waldbrände innerhalb Deutschlands
Waldbrände sind ohne Frage ein zunehmendes Problem. Es braucht aus meiner Sicht verschiedene Maßnehmen, um diese zu verhindern:
Eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung über Gefahren im Wald wie etwa weggeworfene Zigaretten, Lagerfeuer, abgestellte Autos (mit heißen Katalysatoren).
Die Wälder müssen zu resilienten Mischwäldern umgebaut werden, diese können dem Klimawandel besser widerstehen und sind weniger anfällig für Waldbrände, weil Laubbäume mehr Wasser speichern und sich deutlich schwerer entzünden. Die hohe Laubwaldquote ist einer der Gründe dafür, dass es bei uns in Schleswig-Holstein deutlich weniger Waldbrände gibt als anderswo in Deutschland.
Bestehende Nadelbaumflächen müssen so umgestaltet werden, dass dort Laubwaldstreifen eingebaut werden oder Naturwiesen als Brandschneisen angelegt werden. Das verhindert die schnelle Ausbreitung von Waldbränden.
Die konsequente Wiedervernässung von Moorflächen kann dazu beitragen, Waldbrände zu verhindern, da trockener Torf besonders leicht brennt und sich die Glut unterirdisch ausbreiten kann. Mit dieser Maßnahme hätte man im Vorwege ein Feuer wie das auf der Hohen Venn vermutlich verhindern können, da dort große trockengelegte Moorflächen die Ausbreitung des Feuers massiv beschleunigt haben.
Die weltweite Staatengemeinschaft muss darüber hinaus endlich durch wirksame Maßnahmen den Temperaturanstieg eindämmen, da längere Hitzeperioden das Waldbrandrisiko weltweit massiv erhöhen. Das kann ein kleines Bundesland wie unseres aber nicht allein leisten und das kann auch die Bundesrepublik nicht leisten, wenn die größten CO2-Emittenten der Welt nicht mitziehen.
Darüber hinaus muss jedes Bundesland Soge dafür tragen, dass die Feuerwehren ausreichend ausgestattet sind, um in solchen Einsatzlagen handlungsfähig zu sein und dass die Zusammenarbeit der Feuerwehren, auch über Landes- oder Staatengrenzen reibungslos funktioniert. Bei uns in Schleswig-Holstein ist das der Fall, die Zusammenarbeit mit Dänemark im Einsatzfall ist geregelt und erprobt.

