Werden Sie für oder gegen die Koppelung des Renteneintrittsalters an die durchschnittliche Lebenserwartung stimmen?
Sehr geehrter Herr Schneider,
die Bundesregierung will nach dem Bericht der Rentenkommission zentrale Punkte eines 33-teiligen Reformpakets umsetzen: Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, Rückkehr eines stärkeren Nachhaltigkeitsfaktors, Pflicht-Kapitalrente und das Aus der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Ökonomisch ist das keine neutrale Modernisierung, sondern eine doppelte Lastverschiebung auf Beschäftigte: länger arbeiten, länger einzahlen und zugleich relativ weniger bzw. später Rente erhalten. Da die Lebenserwartung sozial ungleich verteilt ist, trifft diese Regel Menschen in belastenden Berufen besonders hart. Für mich ist das eine verdeckte Rentenkürzung. Werden Sie deshalb gegen die Koppelung des Renteneintrittsalters an die durchschnittliche Lebenserwartung stimmen? Ich erwarte ein klares Nein zu dieser Kürzungslogik. Viele Grüße aus Erfurt.

