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Burkhardt Müller-Sönksen
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Frage von Christian S. •

Frage an Burkhardt Müller-Sönksen von Christian S. bezüglich Wirtschaft

Sehr geehrter Herr Müller-Sönksen,

vielen Dank für Ihre ausführlich begründete Antwort zur Zwangsmitgliedschaft in den Kammern. Echt super, danke!

Sie nennen als Hauptargument dafür die Verantwortung der Kammern für die berufliche Ausbildung. Gerade an dieser Stelle kommt bei mir ein großes Fragezeichen auf, beklagen die Kammern doch immer wieder den Fachkräftemangel.

Gibt es in Ihrer Fraktion Ideen, wie man diesem Mangel des Systems durch mehr Konkurrenz und Wahlfreiheit der Betriebe, zum Beispiel bei der Wahl der Kammerzugehörigkeit. Praktisch vergleichbar mit anderen Monopoltechniken (Bahn, Stromversorgung), bei denen die Konkurrenz durch eine staatliche Steuerung gewährleistet wird.

Vielen Dank und beste Grüße

Christian Sternberg

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Antwort von FDP

Sehr geehrter Herr Sternberg,

der von Ihnen angesprochene Fachkräftemangel hat sich in den letzten Jahren für die deutsche Wirtschaft zunehmend zu einem wesentlichen Wachstumshemmnis entwickelt. Bestehende Absatzpotentiale im In- und Ausland können derzeit teilweise nicht erschlossen werden, da adäquat qualifiziertes und mobiles Personal in den Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistung oftmals fehlt.

Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kommt in seinem Jahresgutachten „Das Erreichte nicht verspielen“ zu der Erkenntnis, dass eine merkliche Verknappung insbesondere qualifizierter Arbeitskräfte in jüngster Zeit und in bestimmten Regionen auszumachen ist. Sie findet sich vor allem bei Ingenieuren sowie bei technischen Arbeitsfeldern und Fertigungsberufen.

Die Überwindung des bestehenden Fachkräftemangels ist eine gemeinsame Herausforderung von Politik, Wirtschaft, sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Langfristig ist eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Bildungssystems unabdingbar. Hierbei muss die Ausbildungsqualität insgesamt verbessert, der Anteil höher Qualifizierter gesteigert und insgesamt bedarfsgerechter ausgebildet werden.

Die Kammern tragen in diesem Prozess durch ihre Fachkompetenz und Erfahrung im Bereich der dualen Ausbildung und Weiterbildung bei. Für alle Berufsausbildungsverträge im Bereich der Industrie, des Handels, der Banken und Versicherungen sowie im Gast- und Verkehrsgewerbe führt die IHK das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse. Außerdem leisten die IHK’n einen wesentlichen Beitrag zur bundesweit vergleichbaren, qualitativ hochwertigen Berufsausbildung durch Organisation und Durchführung der Zwischen- und Abschlussprüfungen sowie durch die Überwachung der ordnungsgemäßen Ausbildung. Die IHK’n ergänzen und umrahmen somit die Leistungen der ausbildenden Betriebe und der Berufsschulen. Gleichfalls steht es Unternehmen frei, alternative Institutionen ergänzend für die Qualifizierung ihrer Belegschaften zu nutzen, um dauerhaft im Leistungswettbewerb bestehen zu können.

Mittelfristig kann der Fachkräftemangel durch verstärkte Weiterbildungsanstrengungen von Unternehmen und Mitarbeitern und die Mobilisierung von Fachkräften aus der Arbeitslosigkeit erreicht werden. Die Politik muss hierfür attraktive Rahmenbedingungen schaffen. Entsprechende Ansatzpunkte hat die FDP in ihrem Deutschlandprogramm (www.deutschlandprogramm.de) formuliert.

Kurzfristig kann der Fachkräftemangel durch Einbindung ausländischer Arbeitskräfte, durch Stärkung alternativer Beschäftigungsformen wie beispielsweise Leiharbeit und durch eine stärkere Mobilität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überwunden werden.

Ich hoffe Ihrem Anliegen gerecht geworden zu sein und verbleibe ich mit
freundlichen Grüßen,

Burkhardt Müller-Sönksen
Mitglied des Deutschen Bundestages

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