Barbara Hendricks
SPD
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Frage von Natryvdhr Nfpuensv an Barbara Hendricks bezüglich Wirtschaft

# Wirtschaft 29. Aug. 2013 - 10:25

Sehr geehrte Frau Hendriks,

es freut mich die Gelegenheit zu haben, Ihnen einige Fragen zu stellen. Diese beziehen sich unmittelbar auf die Region, in der ich zur Zeit lebe.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei zur wirtschaftlichen und infrastrukturellen Stärkung des Niederrheins?

Welche Stärken identifizieren Sie mit dieser Region?

Wo sehen Sie für diese Region besonderen Förderbedarf und wie gedenken Sie diese umzusetzen?

In welcher Weise involvieren diese Pläne eine grenzübergreifende Kooperation mit den Niederlanden?

Mit besten Dank für Ihre Antwort und freundlichen Grüssen,

Angelique Aschrafi.

Von: Natryvdhr Nfpuensv

Antwort von Barbara Hendricks (SPD) 05. Sep. 2013 - 14:37
Dauer bis zur Antwort: 1 Woche 4 Stunden

Sehr geehrte Frau Aschrafi,

zu Ihren Fragen:

Welche Stärken identifizieren Sie mit dieser Region?

Der Kreis Kleve liegt zwischen den Niederlanden und dem Ruhrgebiet. Das Rheinland mit den Großstädten Düsseldorf und Köln sind schnell zu erreichen. Der Flughafen Weeze und der Hafen in Emmerich mit seiner Nähe zu den Häfen in Rotterdam und Duisburg sowie die die Betuwestrecke bieten die idealen infrastrukturellen Voraussetzungen für eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Wenn dieses Potential genutzt und weiter ausgebaut wird, wird der Kreis Kleve auch in Zukunft wirtschaftlich gut dastehen.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei zur wirtschaftlichen und infrastrukturellen Stärkung des Niederrheins und wo sehen Sie für diese Region besonderen Förderbedarf und wie gedenken Sie diesen umzusetzen?

Ich habe mich in den vergangenen Jahren für den Ausbau der Betuwestrecke eingesetzt. Im Juli diesen Jahres wurde schließlich eine Finanzierungsvereinbarung getroffen, so dass der Bau eines dritten Gleises ab 2015 beginnen kann.

Auch wenn die Deutsche Bahn AG die Notwendigkeit eines ICE-Haltes in Emmerich bislang nicht erkennt, besteht ein dringender Bedarf an der Einrichtung eines ICE Bahnhofes in Emmerich. Die direkte Anbindung des Kreises Kleve an das Fernverkehrs-Netz der Deutschen Bahn AG schafft eine grenzüberschreitende Personenzugverbindung nach Arnheim und eine verbesserte Anbindung ins Ruhrgebiet und ins Rheinland. Gerade vor dem Hintergrund der neu entstandenen Hochschule Rhein-Waal ist die Ausweitung des Fernverkehrsnetzes der Deutschen Bahn AG auf den Bahnhof Emmerich dringend erforderlich.

Ich setzte mich ebenfalls seit Jahren für eine Reaktivierung der Bahnstrecke von Düsseldorf nach Nijmegen ein. Durch die Bemühungen der SPD im Kreis Kleve konnte das Gleisbett bis heute erhalten bleiben, so dass eine Reaktivierung kostengünstig umzusetzen wäre. Eine Wiederaufnahme der Strecke würde einen touristischen und wirtschaftlichen Mehrwert sowohl für den Kreis Kleve, als auch für die Provinz Gelderland bedeuten. Gleichzeitig würde sich die derzeitige Fahrtzeit von Kleve nach Nijmegen von ca. 50 Minuten deutlich verkürzen.

Durch den Wandel des ehemaligen britischen Militärflugplatz RAF Laarbruch zum zivilen Airport Weeze entstanden im Umfeld mehr als 1000 Arbeitsplätze. Das Potential des Flughafens muss jedoch noch mehr genutzt werden. Durch die Einrichtung einer Zolldienststelle im Jahr 2010 und der damit einhergehenden Bezeichnung „Zollflughafen“ wurden die Weichen für eine verstärkte Nutzung für den Güterverkehr gestellt. Das Ziel für die nächsten Jahre ist eine Zunahme des Güterverkehrs und eine damit einhergehende Ansiedlung von Firmen auf dem Flughafen Gelände, das ausreichend Platz bietet, beispielsweise für Lagerung und Kommissionierung großer Mengen Güter.

Der Hafen in Emmerich liegt zwischen den beiden großen Häfen Rotterdam und Duisburg. Ich setzte mich dafür ein, dass das Potential des Hafens mehr genutzt wird und der Hafen sowie die Wasserstraßen weiter ausgebaut werden.

Dringend notwendig ist allerdings der Ausbau des Busverkehrs im ländlich geprägten Kreis Kleve sowie der leistungsfähigen Datennetze.

Zur Stärkung der Infrastruktur gehört natürlich auch der Ausbau der medizinischen Versorgung. Ich setzte mich dafür ein, dass im Kreis Kleve mehr Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten durch die Kassenärztliche Vereinigung zugelassen werden, damit sich die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger verbessert und auch in Zukunft gewährleistet ist.

In welcher Weise involvieren diese Pläne eine grenzbergreifende Kooperation mit den Niederlanden?

Neben den bereits genannten verkehrsinfrastrukturellen Projekten unter denen besonders die Betuwestrecke und die Reaktivierung der Zugverbindung zwischen Düsseldorf und Nijmegen eine enge Kooperation mit den Niederlanden erfordern, findet sich eine ausgeprägte kulturelle grenzübergreifende Kooperation verschiedener Gruppen und Institutionen. Darüber hinaus gibt es eine intensive Zusammenarbeit von Hochschulen und Universitäten auf deutscher und niederländischer Seite.

Mit freundlichen Grüße
Barbara Hendricks