Sehr geehrter Herr Knoerig, Wie stehen Sie zu dem Problem der angespannten und sich weiter verschlechternden psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland? Was wollen Sie zur Verbesserung tun?
Sehr geehrter Herr Knoerig,
Ich bin Lehrerin an einem Gymnasium und erlebe täglich mit, dass immer mehr unserer Kind und Jugendlichen belastet und von psychischen Erkrankungen betroffen sind. Therapiemöglichkeiten sind sehr begrenzt und nun las ich von Plänen zu weiteren Einschränkungen, z.B. Budgetierung, Streichung von Zuschüssen bei Kurzzeittherapie usw.
Wie steht Ihre Fraktion dazu und was wollen Sie selbst als Abgeordneter tun, damit sich diese Situation nicht weiter verschlimmert, sondern verbessert?
Mit freundlichen Grüßen
C. M.
Sehr geehrte Frau M.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Schilderungen aus dem schulischen Alltag. Die von Ihnen beschriebene zunehmende psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen ist sehr besorgniserregend und wird mir auch aus vielen anderen Bereichen – insbesondere aus dem Gesundheitswesen und der Jugendhilfe – zurückgespiegelt.
Zunächst ist mir wichtig zu betonen, dass der Referentenentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sich derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren befindet und noch keine geltende Rechtslage darstellt. Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung ist aber klar: Die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen steht bereits heute unter erheblichem Druck. Lange Wartezeiten und begrenzte Behandlungskapazitäten sind in vielen Regionen Realität. Vor diesem Hintergrund müssen alle Reformüberlegungen sehr sorgfältig darauf geprüft werden, ob sie den Zugang zur Versorgung verbessern oder erschweren.
Ich habe mich zu dieser Entwicklung auch an die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen gewandt, um eine Einschätzung aus der Versorgungspraxis zu erhalten. Auch dort wird die angespannte Versorgungslage bestätigt und darauf hingewiesen, dass zusätzliche Einschränkungen im System kritisch zu bewerten sind.
Innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist dabei klar: Eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung darf nicht zu Lasten der Versorgung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher gehen. Gleichzeitig müssen wir angesichts der finanziellen Gesamtlage des Systems auch über bessere Steuerung, Bürokratieabbau und eine effizientere Nutzung bestehender Kapazitäten sprechen.
Ich setze mich dabei insbesondere für drei Punkte ein: Erstens für den Erhalt und die Stärkung der psychotherapeutischen Versorgungskapazitäten im Kinder- und Jugendbereich. Zweitens für den Abbau bürokratischer Hürden, damit mehr Zeit für Behandlung zur Verfügung steht. Drittens für eine bessere Verzahnung von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen, um Belastungen frühzeitig zu erkennen und schneller passende Hilfen zu ermöglichen.
Ihre Perspektive aus dem Schulalltag ist dabei besonders wichtig, weil genau dort die Folgen dieser Entwicklung zuerst sichtbar werden. Ich nehme Ihre Hinweise daher ausdrücklich in meine politische Arbeit auf.
Für Ihr Engagement für Ihre Schülerinnen und Schüler danke ich Ihnen sehr.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Knoerig MdB

