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Angelika Niebler
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Frage von Alexander K. •

DPG und DMG fordern aufgrund der eskalierenden Klimakrise über Rückzug aus tieferliegenden Küstenregionen an Nord- und Ostsee zu diskutieren. Aus Ihrer Sicht: Ab wann sollten wir darüber diskutieren?

Sehr geehrte Frau Niebler,

zwei der renommiertesten naturwissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland, die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG), warnen, dass eine globale Erwärmung um 3 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau bereits um 2050 nicht ausgeschlossen werden kann. Beide fordern u.a. "den Rückzug aus tieferliegenden Küstenregionen an Nord- und Ostsee zu diskutieren."

https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/stellungnahmen-der-dpg/klima-energie/klimaaufruf

Die EVP ist in den letzten Monaten aufgefallen, Klimaschutzmaßnahmen einzuschränken (Förderung CO2 erzeugender Autos, Abschwächung Waldschutzgesetz, Verschiebung ETS II) und das sogar z.T. zusammen mit der extremen Rechten.

Wie muss die Situation aus Ihrer Sicht sein, ab der wir über einen Rückzug diskutieren müssen?

Mit freundlichen Grüßen

Alexander K.

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Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 28. Dezember 2025, in der Sie sich nach meiner Einschätzung zu einem möglichen Rückzug aus tieferliegenden Küstenregionen an Nord- und Ostsee erkundigen.

In der Europäischen Union wurden in den vergangenen Jahren entscheidende Schritte unternommen, um einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, mit dem das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 in Europa verwirklicht werden soll. Instrumente wie das Emissionshandelssystem und die Förderung erneuerbarer Energien leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Gleichzeitig zeigt sich, dass zusätzliche Vorschriften den Klimaschutz nicht zwangsläufig in gleichem Maße voranbringen. Viele Unternehmen haben Nachhaltigkeit längst fest in ihrem Wirtschaften verankert und stoßen nun vor allem an bürokratische Grenzen. Mario Draghi hat in seinem Bericht von 2024 die überbordende Bürokratie als eines der Hauptprobleme für das Vertrauen in unseren europäischen Binnenmarkt identifiziert. Deshalb setzen wir uns als EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, zu der die CSU gehört, für den Bürokratieabbau ein. Dabei bleibt das Kernziel der Initiativen, wie beispielsweise bei der überarbeiteten Entwaldungsverordnung, erhalten. Die Umsetzung wird jedoch praxistauglicher. 

Zusätzlich zum Klimaschutz müssen Anpassungsstrategien entwickelt werden. Der Schutz der Küsten ist insbesondere wichtig. Für viele Menschen und Familien sind die Küstenregionen ihre Heimat, oft über Generationen hinweg. Deshalb müssen wir alles daransetzen, diese Heimat zu schützen. Moderne Deichsysteme werden kontinuierlich weiterentwickelt und bieten dafür gute Möglichkeiten. 

Die von Ihnen darüber hinaus bereitgestellten Informationen nehme ich gerne auf.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Angelika Niebler, MdEP

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