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Frage von Thomas P. •

Frage an Andreas Geisler von Thomas P.

Sehr geehrter Herr Geisler,

meine Kinder mussten in ihrer Schullaufbahn einiges an Ausfall ertragen. Den Kindern ist das sicher recht, jedoch nicht uns als Eltern. Wie stehen Sie zum Thema Lehrermangel?

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SPD

Sehr geehrter Herr Pfeil,

viele von den Kindern besonders umso näher sie dem Ende der Schullaufbahn kommen kämpfen gegen diesen Ausfall, der ihre Zukunftschancen vermindert. Also denen ist es auch nicht mehr recht und sie wollen das ändern. Als Vorsitzender des Stadtelternrates Leipzig war ich der Anmelder der Demonstration vom 8.Juli 2014 vor der Regionalstelle der BIldungsagentur. Dort sprachen Vertreter der Eltern, der Schüler und der Lehrer zum Thema Lehrermangel und den Folgen.
Der Vorsitzende des Stadtschülerrates berichtete völlig empört, das ein Politiker der Regierungskoalition ihm gesagt hätte: " früher als wir Schüler waren, waren wir froh über jeden Ausfall ". Und unser Stadtschülersprecher tobte förmlich über diese Aussage. Also aus meiner Sicht ist jede Stunde Ausfall eine zuviel und da sehe ich mit den Eltern und Schülern einig.

Dieser unsägliche Lehrermangel führt nicht nur zu bis zu 10% Ausfall in einzelnen Schulen, er führt zu überfüllten Klassen wegen der Zusammenlegungen ( Klassenoptimierung wird zum Unwort des Jahres denn es beschreibt das man aus 4 Klassen mit 21 Schüler auch 3 Klassen mit 28 machen muss auf Anweisung von Kultus um einen Lehrer zu sparen ). Das Ergebnis ist der Abbruch von Bindungen und damit, dass immer wieder einzelne Kinder die auf der Strecke bleiben. Neu kommt dazu wenn jemand die Klasse wiederholen muss oder nach Sachsen zieht gibt es oft keine Plätze in den Schulen. Die Gymnasien im Wahlkreis beraten schon über Ausnahmeregelungen mit 29 oder 30 Kinder in den Klassen damit " Sitzenbleiber " in ihrer Schule bleiben können oder Platz für zugezogene Schüler ist.
Wir müssen dahin kommen das jeder Lehrer der ausscheidet 1 zu 1 unbefristet ersetzt wird, dazu braucht es zusätzlich mehr Lehrer um den Ausfall in den Griff zu bekommen und den Ergänzungsbereich wieder ordentlich abzudecken und es braucht auch noch zusätzlich mehr Lehrer als bisher um die reichlich 4000 Schüler die im nächsten Jahr mehr in die Schule gehen zu unterrichten. Und dieser Trend wird in den großen Städten und deren Speckgürteln noch anhalten wie die überfüllten zu knappen Kitas zeigen. Also wenn jedes Jahr mehr Schüler in die Schulen gehen braucht es deutlich mehr Lehrer. Die SPD möchte die die Lehrer die ausscheiden ersetzen und dazu noch 500 Lehrer jedes Jahr zusätzlich in den nächsten 5 Jahren einstellen. Damit würden wir eine gut durchmischte Lehrerschaft gestalten und hätten endlich die Chance auf eine wirkliche Schulwahl, eine wirkliche Kurswahl und die ehrliche und sichere Wahl bei den Fremdsprachen und würden endlich wegkommen von diesem unsäglichen Losverfahren um die Plätze in den Kursen. In unseren Schulen sollte Platz für gutes Lernen sein und nicht für Lotterie um Plätze und wer sich eine bestimmte Schule aussucht soll auch sicher alle dort angebotenen Fremdsprachen lernen und alle Kurskombinationen besuchen dürfen.
Wer Sachsen für die Zukunft vorbereiten will, muss die Schulausbildung verbessern, die Quote ohne Abschluss stark senken, weniger Schüler in Förderschulen abschieben, die Übergänge zwischen den Schularten gestalten und besser auf die Berufsausbildung oder das Studium vorbereiten. Ich würde das mit allen Kräften unterstützen! Ich hoffe Ihre Frage beantwortet zu haben.

MfG

Andreas Geisler