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Andrea Lindlohr
DIE GRÜNEN

Frage an Andrea Lindlohr von Naqernf Fpuzvq bezüglich Umwelt

11. Februar 2016 - 21:04

Sehr geehrte Frau Lindlohr

Stichwort Feinstaub in Stuttgart

Mich würde interessieren wieviel Feinstaub im Durchschnitt pro Tag durch Lkws bzw durch s21 entstehen.
Ich persönlich vermisse in allen Diskusionen die ich höre oder lese diesen Aspekt. Wurde bei der Vergabe von s21 zum Beispiel bei den Lkws die diese Baustelle anfahren oder verlassen ein Rußfilter zur Auflage gemacht?
Zehnfacher Hubraum eines LKWs gegenüber eines Pkws bedeutet auch zehnfacher Schadstoffausstoß.

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Andreas Schmid

Frage von Naqernf Fpuzvq
Antwort von Andrea Lindlohr
23. Februar 2016 - 14:44
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 4 Tage

Sehr geehrter Herr Schmid,

vielen Dank für Ihre Frage zur Feinstaubbelastung durch die Baumaßnahmen für Stuttgart 21. Es gibt Schwebstaubmessungen an verschiedenen Stellen rund um die Stuttgart 21-Baustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof und eine Messstelle PM10 im Bereich des Nordbahnhofs (Störzbachstraße). Es misst die Dekra im Auftrag der Bahn. Die Berichte werden veröffentlicht ( http://immissionen.plaene-bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/index.php?dir=Staub%2FAuswertung_Daten_Landesmessnetz_BW%2F&download=Auswertung_Daten_Feinstaub-Landesmessnetz_BW-Jahresbericht_2014.pdf und http://immissionen.plaene-bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/index.php?dir=Staub%2FErgebnisse_Zusatzmessungen_S21%2FStaubniederschlag%2F&download=Kurzbericht_Messergebnisse_Staubniederschlag-06_2014_bis_05_2015.PDF ). Grenzwertüberschreitungen wurden bislang nicht beobachtet. Ergänzend gibt es einen Arbeitskreis Immissionsschutz.

Die Lkw für die Stuttgart 21-Baustelle müssen alle eine grüne Plakette haben, wenn sie auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Dies finden Sie auf Seite 31 des Planfeststellungsbeschluss zum Abschnitt 1.1: http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/uploads/tx_smediamediathek/PFA_1_1.pdf ).

Durch den Beschluss des Verwaltungsgerichts Stuttgart müssen zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner alle auf der Baustelle Stuttgart 21 eingesetzten dieselbetriebenen Baumaschinen und –geräte mit einem Dieselpartikelfilter oder mit vergleichbarer Technologie ausgestattet sein. Klar ist, dass ein Bauvorhaben wie Stuttgart 21 zu Belastungen führt. Meine Fraktion und ich unterstützen die Maßnahmen, die geeignet sind, die Feinstaubbelastungen durch die Baumaßnahmen und die Baulogistik zu minimieren.

Die Luftqualität in Städten und Gemeinden ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität im Land. Um die Gesundheit der baden-württembergischen Bürgerinnen und Bürger zu schützen und um den Vorgaben der EU-Luftqualitätsrichtlinie zu entsprechen, gibt es ein Bündel an Maßnahmen zur Luftreinhaltung. Neben anderen Quellen tragen auch Baumaschinen zur Luftbelastung insbesondere in Ballungsräumen bei. Durch die Nachrüstung aller Baumaschinen mit Partikelfiltern können bis zu 90 % aller Ruß-Emissionen aus Baumaschinen vermieden werden. Darum hat die grün-rote Landesregierung unter Beteiligung u.a. der Bauwirtschaft und der Baumaschinenhersteller eine Luftqualitätsverordnung erarbeitet und beschlossen.

Dass wir unabhängig davon erreichen konnten, dass wir in Esslingen an der Grabbrunnenstraße wieder eine Messstation für Feinstaub und Stickoxide haben, ist ein Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Lindlohr