Landtagswahlen 2026: Nur 9 von 21 Parteiverbänden legen Wahlkampfspenden offen

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Hamburg/Berlin, 26.08.2026. Wie viel Geld fließt im Landtagswahlkampf an die Parteien vor Ort? Vor den Landtagswahlen hat abgeordnetenwatch die Landesverbände aller aussichtsreichen Parteien in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin nach ihren diesjährigen Spendeneinnahmen gefragt. Von 21 angefragten Verbänden antworten nur neun ganz oder teilweise. CDU und SPD liefern in keinem der drei Länder Zahlen.

Ob viele kleine Beträge aus der Fläche oder wenige große von einzelnen Geldgeber:innen: Parteispenden im Wahlkampf sind ein Gradmesser für Unterstützung. Doch wer wann wie viel gibt, bleibt meistens geheim: Nur Großspenden ab 35.000 Euro müssen zeitnah an die Bundestagsverwaltung gemeldet und veröffentlicht werden. Ansonsten berichten die Bundesparteien einmal jährlich in ihren Rechenschaftsberichten über ihre Finanzen, und das mit zwei Jahren Verzögerung. In diesen Berichten müssen sie neben Einnahmen und Mitgliedsbeiträgen Spender:innen von mehr als 10.000 Euro namentlich nennen.

Wie viel Geld die Parteien im laufenden Wahlkampf erhalten, erfährt die Öffentlichkeit nur dann zeitnah, wenn ein Landesverband es freiwillig offenlegt. abgeordnetenwatch hat bei den Verbänden nachgefragt. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus: 

In Sachsen-Anhalt:

  • Die Grünen antworten ausführlich: rund 300.000 Euro aus etwa 1.250 Einzelspenden.
  • Die Linke in Sachsen-Anhalt sammelte 30.000 Euro an Parteispenden. Durch einen Spendenaufruf der Bundespartei rechne sie mit weiteren 80.000 Euro. 
  • Die FDP nennt 45 Einzelspenden, aber keine Summe.
  • AfD, CDU, SPD und BSW schweigen, trotz mehrerer Nachfragen.
  • Zwei Wahlkampfspenden über jeweils 5.000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt sind inzwischen bekannt geworden. Beide stammen von Bernd Prange, CDU-Ortsbürgermeister und Mitglied im Kreistag Stendal. Die CDU droht ihm mit einem Parteiausschlussverfahren.
  • AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte gegenüber dem MDR erklärt, es gebe für seine Partei aktuell „eine überwältigende und einzigartige Spendenbereitschaft aus ganz Deutschland". Konkrete Zahlen dazu, wie viele Spenden tatsächlich eingingen, nannte der Landesverband auf Anfrage von abgeordnetenwatch jedoch nicht.

In Mecklenburg-Vorpommern:

  • Die Grünen erhalten mit rund 335.500 Euro am meisten, gefolgt vom BSW (17.200 Euro aus 51 Spenden) und der FDP (11 Spenden).
  • Die CDU verweigert die Auskunft mit dem Argument, die Zahlen berührten ihre strategische Planung und nützten den Mitbewerbern, obwohl mehrere dieser Mitbewerber ihre Spenden offenlegen.

In Berlin antworten drei Verbände:

  • Die Linke: rund 117.000 Euro aus mehr als 1.300 Einzelspenden; eine Unternehmensspende von 10.000 Euro habe man aus politischen Gründen zurücküberwiesen.
  • Das BSW: 9.190 Euro aus 43 Spenden.
  • AfD: 150.772 Euro aus 302 Spenden, also vergleichsweise wenige, aber hohe Beträge.
  • CDU, SPD, FDP und Grüne antworten nicht. Die CDU verweist auf ein „Recht auf Nicht-Öffentlichkeit" der Spender:innen.

Wahlkampf kostet Millionen, Spenden decken nur einen Bruchteil

Wahlkämpfe verschlingen Millionen: Nach einer MDR-Umfrage geben allein in Sachsen-Anhalt die Linke und das BSW je rund 600.000 Euro aus, SPD und Grüne je etwa eine Million, die AfD sogar 1,4 Millionen Euro. Vergleicht man das mit den gemeldeten Spenden, zeigt sich: Parteispenden finanzieren meist nur einen kleinen Teil der Kosten. Den Rest tragen die Parteien selbst und füllen ihre Kassen nach der Wahl über den Staat wieder auf: Der erstattet den Parteien ab einem Prozent der Stimmen 1,24 Euro für die ersten vier Millionen Stimmen und 1,02 Euro für jede weitere.

Zur ganzen Recherche: https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/parteispenden/wie-viele-spenden-erhalten-die-parteien-fuer-die-landtagswahlen