Wir veröffentlichen die Namen von 607 Lobbyisten, die einen Hausausweis für den Bundestag haben

Welche Lobbyisten mit einem Hausausweis ungehindert in den Deutschen Bundestag gelangen können, war bislang weitgehend Geheimsache. abgeordnetenwatch.de veröffentlicht nun erstmals eine Liste mit 607 Unternehmen, Verbänden und Organisationen, die über einen direkten Zugang zu den Büros unserer Abgeordneten verfügen.

Was wir wissen:

  • Im Zuge der abgeordnetenwatch.de-Recherche sind die Namen von mehreren Dutzend Interessenvertretern öffentlich geworden, die ihre Hausausweise über SPD, Linke und Grüne erhalten haben. Auch die Bundestagsverwaltung hat uns - zumindest teilweise - mitgeteilt, wem sie eine Zugangsberechtigung erteilt hat. Insgesamt sind dies 607 Verbände, Unternehmen und Organisationen.
  • Auf der Liste befinden sich zahlreiche Großkonzerne wie RWE, ThyssenKrupp und Rheinmetall sowie Vertreter einflussreicher Interessenverbände, u.a. aus der Auto- und der Tabaklobby.
  • Die Lobbyisten-Liste finden Sie weiter unten in diesem Artikel.

Was wir nicht wissen:

  • Als einzige Fraktion weigert sich bislang die Union, ihre Lobbykontakte offenzulegen. Unbekannt ist deswegen sowohl die Identität als auch die genaue Zahl der Interessenvertreter, die auf dem Ticket von CDU/CSU in den Bundestag gelangen.
  • Die Bundestagsverwaltung verweigert abgeordnetenwatch.de die Herausgabe einer Liste mit sämtlichen Unternehmen, Verbänden und Organisationen, die über einen Hausausweis verfügen. Um deren Veröffentlichung zu erreichen, führen wir gerade eine juristische Auseinandersetzung.

Als wir im April 2014 mit unserer Recherche zu den Bundestagshausausweisen für Lobbyisten begannen, lag diesbezüglich vieles im Dunkeln. Damals verheimlichte die Bundestagsverwaltung zum Beispiel, dass Lobbyvertreter über die Fraktionen an einen der begehrten Hausausweise kommen können. Wir haben dieses Geheimverfahren öffentlich gemacht.

Nun präsentieren wir erstmals eine Liste mit den Namen von 607 Konzernen, Verbänden und Organisationen, deren Vertreter dank eines Hausausweises ungehinderten Zugang zu den Büros unserer Bundestagsabgeordneten haben. Auch die Identität dieser Interessenvertreter war bis zum Beginn unserer Recherche nicht bekannt. Linksfraktion und Grüne teilten sie uns freiwillig mit, CDU/CSU und SPD weigerten sich damals und führten angebliche Datenschutzgründe an. Vor wenigen Tagen hat es sich die SPD anders überlegt und ihre Lobbykontakte doch noch veröffentlicht.

Auf der Lobbyisten-Liste findet sich das Who is Who der deutschen Wirtschaft

Bleibt die CDU/CSU-Fraktion, die unbeirrt an ihrer Transparenzblockade festhält. Um auch deren Lobbykontakte öffentlich zu machen, führen wir derzeit einen Rechtsstreit mit der Bundestagsverwaltung. Auf unsere Klage hin hat das Berliner Verwaltungsgericht den Bundestag im Juni 2015 verpflichtet, abgeordnetenwatch.de eine Liste mit sämtlichen Hausausweisinhabern herauszugeben, also auch mit den Lobbykontakten der Union. Dazu ist die Parlamentsverwaltung jedoch nicht bereit und hat kürzlich gegen das Urteil Berufung eingelegt. Alles, was sie uns bisher mitgeteilt hat, sind die Namen von insgesamt 487 Interessenverbänden (Stand: 23. Mai 2014), deren Vertreter über die Registrierung im sog. Verbändeverzeichnis des Deutschen Bundestages einen Ausweis erhalten haben - also über den offiziellen und seit langem bekannten Weg. Das Register ist zwar öffentlich, allerdings geht aus ihm nicht hervor, welche der mehr als 2.000 aufgeführten Verbände über einen Hausausweis verfügen.

Insofern veröffentlichen wir hier eine - bis auf die Lobbykontakte von CDU/CSU - so gut wie vollständige Liste*. Von den 607 Unternehmen, Verbänden und Organisationen haben 487 ihren Ausweis über das Verbänderegister des Bundestages erhalten (offizieller Weg), 66 kommen über die SPD-Fraktion, 42 über die Grünen und 12 über die Linksfraktion (inoffizieller Weg über die Parlamentarischen Geschäftsführer).

Der Chef eines Lobbyverbandes sitzt sogar im Bundestag: als Volksvertreter Interessenvertreter

Auf der Hausausweis-Liste finden sich u.a. Lobbyisten von

  • E.ON
  • EnBW
  • Lufthansa
  • Metro
  • Rheinmetall
  • RWE
  • ThyssenKrupp Marine Systems GmbH 

Auch viele einflussreiche Lobbyverbände haben via Hausausweis Zugang zum Deutschen Bundestag, so z.B.

  • der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dessen Geschäftsführerin Hildegard Müller eine enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist. Müller war 2005 bis 2008 Staatsministerin im Bundeskanzleramt (wo sie auch heute noch häufig anzutreffen ist).
  • das Deutsche Atomforum (DAtF), über das der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel 2009 befand: "50 Jahre Atomforum - das bedeutet ein halbes Jahrhundert Lug und Trug. Die Propagandazentrale der Atomkonzerne steht wie kaum eine andere Institution für das bewusste Verschweigen, Verdrängen und Verharmlosen der Gefahren, die mit der kommerziellen Nutzung der Atomenergie verbunden sind."
  • der Bundesverband Investment und Asset Management, der u.a. für JPMorgan, BlackRock, HSBC und UBS Lobbyarbeit betreibt.
  • der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe), der mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler seinen eigenen Lobbyisten im Parlament sitzen hat. Schindler ist Verbandsvorsitzender und kassiert für diese Tätigkeit bis zu 3.500 Euro pro Monat - zusätzlich zu seiner Abgeordnetendiät.
  • der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), der von Lebensmittelmultis wie Ferrero, Bahlsen, Nestle und Mars gesteuert wird.
  • der Deutsche Zigarettenverband (DZV), in dessen Vorstand u.a. Vertreter von British American Tobacco und Reemtsma sitzen. Geschäftsführer des Lobbyverbandes ist der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Jan Mücke.
  • der Verband "Die forschenden Pharma-Unternehmen", der nach eigenen Angaben mehr als zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes repräsentiert. Dem Verband gehört das Who is Who der Pharmaindustrie an - von Merck über Novatis bis Pfizer.
  • der Verband der Automobilindustrie (VDA), an dessen Spitze mit Matthias Wissmann (CDU) ein früherer Bundesverkehrsminister steht. Dem VDA-Vorstand gehören u.a. die Chefs von Volkswagen (Matthias Müller), Daimler (Dieter Zetsche), Audi (Rupert Stadler) und Opel (Karl-Thomas Neumann) an.
  • der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI), dessen Vorsitzendem Paul Gauselmann immer wieder fragwürdige Lobbyaktiviäten vorgeworfen werden. So sollen Manager von Gauselmann, einem Glücksspielautomatenhersteller, vor einigen Jahren über eine Million Euro an Union, SPD, FDP und Grüne gezahlt haben, wie die SZ im Jahr 2011 berichtete. Der Konzern habe auf diese Weise versucht, strenge Auflagen für umstrittene Spielhallen zu verhindern.

(Fortsetzung des Textes unter der Tabelle)

Tabelle zum Herunterladen: xls | ods | pdf

Unklar bleibt, wie viele und vor allem welche Lobbyverbände, Unternehmen und Organisationen eine Zugangsberechtigung über die CDU/CSU-Bundestagsfraktion erhalten haben. Immerhin lässt sich die Anzahl der Hausausweise, die von der Union bewilligt wurden, einigermaßen verlässlich ermitteln. Nach Angaben der Bundestagsverwaltung wurden in den beiden vergangenen Jahren 960 bzw. "circa 1000 Hausausweise" über den inoffiziellen Weg der Parlamentarischen Geschäftsführer ausgestellt, von daher ist davon auszugehen, dass die Zahl im laufenden Jahr ähnlich hoch ist. Die SPD will 2015 insgesamt 218 Ausweise gebilligt haben, Grüne und Linksfraktion nannten gegenüber abgeordnetenwatch.de die Zahlen 51 und 30 - zusammen also 299. Demnach müsste die Union etwa 700 Ausweise im Geheimverfahren bewilligt haben.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ihre Verweigerungshaltung aufgibt und freiwillig ihre Lobbyisten-Liste zugänglich macht. Ob irgendwann auch die Lobbykontakte der Union öffentlich werden - darüber werden infolge der abgeordnetenwatch.de-Klage Gerichte entscheiden. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil dürften noch Jahre vergehen.

* Die Angaben von SPD, Grünen und Linken sowie der Bundestagsverwaltung beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume, von daher lässt sich nicht mit vollständiger Gewissheit sagen, zu welchem konkreten Stichtag wie viele Verbände, Unternehmen und Organisationen über einen Hausausweis verfügten. Dies wäre nur möglich mit einer offiziellen Liste, deren Herausgabe uns die Bundestagsverwaltung verweigert. In obiger Liste verzeichnet sind alle uns bekannten Hausausweisinhaber.


Lesen Sie außerdem:

Unsere Klage zu Lobbyisten-Hausausweisen: Bundestag geht in Berufung

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Kommentare

Antwort auf von T. Herliz

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" Ich finde den Begriff Polit-Strolche absolut passend! "

Und ich finde ihn viel zu wohlwollend.

Übrigens, ich möchte den Mafioso sehen, der in aller Öffentlichkeit erklärt:
Ja, mein Arbeitgeber ist ein Pate .....

Wie war das noch mit dem Niebel? Entblödete er sich nicht, vor der Wahl lauthals
u.a. zu erklären, das Entwicklungsministerium gehöre umgehend abgeschafft.
Als Staatminister fühlte er sich dann aber doch ganz offensichtlich sehr wohl.
In welchem Amt war das noch einmal?
Na, ist doch wohl klar, oder?

( Und was macht dieser Kerl heute? // Er hat noch einen drauf gesetzt und ist ....
Lobbyist! )

Antwort auf von W. Heidecker

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@ Herr Heidecker,

für mich ist wichtiger, welche Polit - Strolche auf den Gehaltslisten der Industrie stehen und sich korrumpieren lassen. Transparenz sieht anders aus, wenn Nebeneinkünfte nach Klassen angegeben werden. Gesetzesvorlagen von der Industrie geschrieben z. T. fast wörtlich übernommen oder Unterstützung zur politischen Willensbildung geleistet wird, wie es so schön heißt. Großspenden der Industrie, wenn Politik Vollzug meldet, sind herzlich willkommen. Politik ist zur Hure der Industrie verkommen. Das dämliche Wahlvieh wird lediglich zur Abgabe seiner Stimme benötigt, welche die Polit - Banditen in diese Sümpfe ( auch Mandat genannt ) hievt. Hier werden zig Milliarden an Volksvermögen verschludert.

Antwort auf von W. Heidecker

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Tendenziös ist ja wohl nicht abgeordnetenwatch.de, sondern der Lobbyismus und die Einflussnahme von NGOs.

Die Regierung hat nur einer Lobby zu dienen - nämlich uns, dem Volk. Nur WIR sind systemrelevant.

Antwort auf von Eddy

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Lieber Eddy,

tendenziös ist die Berichterstattung von abgeordnetenwatch.de. Dass Herr Reyher bislang dies nicht zurück weist, spricht Baende.

Antwort auf von W. Heidecker

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W. Heidecker ist halt selbst zu irrelevant für einen eigenen Blog, also spamt er halt den hier zu.
Einige haben halt ein hohes Mitteilungsbedürfnis, eine akute Profilierungsneurose.
Und Meinung! Ganz wichtig: Meine Meinung ist besser als deine! So argumentiert man!
In der Grundschule ;)

Antwort auf von W. Heidecker

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Ich denke einfach, er sieht es als reine Zeitverschwendung an auf die lächerlichen Äußerungen eines Lobby-Fanboys weiter einzugehen. :-)

Antwort auf von W. Heidecker

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W. Heidecker ich hätte mir so sehr gewünscht das sie das Schreiben von Hr. N Ruger beantwortet hättet ,aber anscheint ist ihnen die Luft ausgegangen , schade !

Antwort auf von W. Heidecker

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@ W. Heidecker
"wie die GDL das Land lahm gelegt hat oder die Vereinigung Cockpit einen gewaltigen wirtschaftlichen Schaden zufügt".
Glücklicherweise sind Arbeitsverträge in Deutschland bisher noch als Vertrag zwischen ZWEI Parteien geregelt, so dass - bisher- die Vertragsbedingungen nicht nur einseitig festgelegt werden können.
Insofern gehe ich davon aus, dass Sie sich - notgedrungen - mit dem verfassungsgemäßen Streikrecht und der Tariffreiheit b e i d e r Vertragspartner konsolidieren können.
Der gewaltige wirtschaftliche Schaden, der durch z.B. Lohndumping hervorgerufen wird, ist für Sie offenbar kein (volkswirtschaftliches) Ärgernis?
Welches Ihrer Augen weist eine Sehschwäche auf? Oder handelt es sich eher um eine Anisometropie?

Zur eigentlichen Diskussion:
Der - zugegebenermaßen kastrierte - Souverän, hier vertreten duch "Abgeordnetenwatch" kann Transparenz erwarten, nein: einfordern. Es ist nachgerade eine Unverschämtheit, dass dem nicht nur nicht umgehend entsprochen wird, sondern rechtlich dagegen vorgegangen wird.

Antwort auf von R. Luchs

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Lieber R. Luchs

Hm, manchmal scheint es für einige schwierig zu werden, die Zusammenhänge zu begreifen und klar strukturierte Gedanken zu fassen. Herrn Weselsky ging es nun einmal gar nicht um die Arbeitsbedingungen, sondern seine Machtbasis.
Um Lohndumbing ging es hier nicht … und bislang haben die Gewerkschaften sich darum außer warmen Sonntagsworten wenig geschert.
PS: Tarifvertreter werden außerhalb der 1:1-Regel getroffen.

Antwort auf von W. Heidecker

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Lieber Herr Heidecker,

Woher wissen sie von Herrn Weselsky´s Machthunger? Haben sie mit ihm gesprochen? Oder seinen Therapeuten kennen gelernt?
Wie würden sie in einer solchen Machtposition reagieren?
Haben sie ihre Familie (wenn sie eine haben) mit 900 € im Monat versorgen müssen - wohl bemerkt als Vollzeitkraft mit Überstunden?
Welche position haben sie zu dem Thema Lobby? Warum ist ihnen das so wichtig das Gewerkschafter auch in die Gruppe der "Geächteten" aufgenommen werden?

Liebe Grüsse AMK

PS: Verzeihn sie bitte meine Formulierung, sie spiegelt mein Verständniss ihrer Beiträge wieder. ;)

Antwort auf von W. Heidecker

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Was die VW-Affäre mit der Lobbyistenliste zu tun hat??

Nichts, nein, gar nichts... die politische Spitze war nur schon seit Jahren im Bilde und hat das gemacht,
für das sie sich bezahlen läßt: wegschauen ! ( statt die Interessen des Volkes zu vertreten )

Antwort auf von W. Heidecker

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Lieber Herr Heidecker!
Es gibt , entgegen ihrer Meinung, sehr wohl einen Unterschied zwischen NGOs und Unternehmensverbänden - die Unternehmen sind ausschließlich ihrem finanziellen Gewinn verpflichtet, die NGOs ihrem Gewissen.
Mit freundlichem Gruß: Solveig Bechtold

Antwort auf von W. Heidecker

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Hallo Hr. Heidecker,

mal paar Fakten und Details bezüglich GDL Streikwelle:
1. Die DB ist mehrmals juristisch gegen die Streiks vorgegangen, da sie diese als unrechtmässig angesehen hat. In allen Fällen hat die GDL vor Gericht Recht bekommen und das die Streiks juristisch korrekt und verhältnismässig sind.

2. In einem späteren Kommentar haben Sie vermutlich Weselsky mit "wild gewordener Vorsitzender einfach seine Machtbasis erweitern will" gemeint und beschrieben. Hr. Weselsky hat nach einiger Kritik auch aus den eigenen Reihen sowas wie die Vertrauensfrage gestellt und alle GDL Mitglieder befragt, ob er den eingeschlagenen Konfrontotationskurz weiterfahren soll oder nicht. Es gab eine klare Mehrheit dafür. Wirkt nicht "wild geworden".

3. Die Mainstream Presse hat in der Mehrheit die Schuld bei GDL und Weselsky gesehen. Selten wurde die Position der DB kritisch beleuchtet, also welche Vorschläge sie gemacht haben, wie die früheren Verhandlungen liefen, was für Positionen sie vertreten, usw. Hier gab es sehr wohl auch Ansatzpunkte für Kritik. Dazu passend die Überleitung zum nächsten Punkt.

4) Bundesregierung, besonders in Form von Nahles, hat einseitige Parteinahme gegenüber der DB Unternehmensinteressen (was natürlich als Bevölkerungsinteresse dargestellt wurde, weil viele von den Streiks direkt und indirekt betroffen waren), indem sie mit dem Tarifeinheitsgesetzt nicht nur gegen das GG verstößt, sondern eben auf Drängen eines einzelnen Unternehmens hin parteiisch handelt. Als Demokratin geht sowas gar nicht.

5) Wenn etwas so wichtig ist, dass es unter "Daseinvorsorge" firmiert, also eben z.B. der Personen- und Güterverkehr, dann hatte man eben dafür eigentlich das Beamtentum errichtet um a) nicht von Profitinteressen gesteuert und somit abhängig zu sein und b) eben Streiks in diesen wichtigen Bereichen zu verhindern. Wenn man privatisiert und sich dann darüber beschwert, dass nun auch gestreikt wird, dann ist das Heuchlerei.

Nun noch zu Lobbyismus: Sie haben recht, dass natürlich es erst einmal Interessensvertretung ist und da hat jeder seinen "Gestaltungswillen". Es geht aber um Qualität und Quantität sowie was für Interessen vertreten werden. Arbeitgeber oder Arbeitnehmer vertreten meist eher egoistische Ziele, NGO wie Umweltverbände meist für die ganze Gesellschaft. Unternehmen oder Gewerkschaften haben auch finanziell und personell ganz andere Ressourcen im Gegensatz zu vielen anderen Lobbys. Da muss man schon naiv sein alle gleichwertig von der Gewichtsklasse her zu sehen.

Das gilt genauso für einzelne Personen. Ein Hr. Ackermann kann man nicht mit Otto Normalbürger vergleichen. Klar, in einer Wahl haben beide nur eine Stimme. Aber wer hat wohl mehr Möglichkeit über Geld, Medien und Co. vorher seinen "Gestaltungswillen" kund zu tun?

Ciao
Umdenker

Antwort auf von W. Heidecker

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...Wer hier was nicht ertragen kann, das sind Sie Herr Heidecker! Es lohnt sich auch nicht wirklich, mehr über Sie zu schreiben, so wichtig sind Sie dann doch nicht!

Gruß

Lutz Klapp

Antwort auf von Lutz Klapp

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...endlich mal ein paar Zeilen, die auf den Punkt kommen.

Antwort auf von Laura Petzold

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Sehr geehrte Frau Petzold,es geht doch darum da unser angeblichen Volksvertreter zum Großteil auch Mantelträger aus der DDR welche immer wieder auf die Füße fallen einfach jahrelang alles abgeblockt
was gegen eine Offenlegung der Lobbyistenliste war.Ehrliche Partei-Regierungsmitglieder leiden doch
unter diesen ewigen Handaufhaltern oder denken Sie die Bürger sind so naiv um nicht zu merken wer
da klüngelt .
Wieder hat es die KFZ Industrie dank "guter " lobby Vorarbeit" geschafft die Abgaswerte für Diesel
Fahrzeuge in Europa Germany gemäß anzupassen,ist das korrekt?

Es wird langsam Zeit diesen ewigen Schmutzfinken das Handwerk zu legen,denn wir wollen doch eigentlich Vorreiter im Umweltschutz sein und forcieren jahrelang Vattenfall mit Kohlekraftwerken,
EON-RWE uw. mit der Atomkraft, und so geht es weiter.
Also kein Kleinkrieg unter uns sondern geballte Kraft gegen diese Handlanger in der Politik.

Mit freundlichen Grüßen.

Peter Fabritz

Antwort auf von W. Heidecker

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Was ist nur das Problem der CDU, ihre Lobby-Kontakte offenzulegen? Alle Parteien sind inzwischen diesbezüglich transparent, nur die "christliche" demokratische Union nicht obwohl doch alles rechtens sei? Auf diese Tatsache hinzuweisen halte ich nicht für tendenziös.

Antwort auf von Peter Rheinbrück

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Nun, Herr Rheinbrück....diese Liste dürfte genauso, wenn nicht sogar, noch bedenklicher, wie die Lobbyistenlisten der Sozialdemokraten sein.....Der gemeine Stammwähler könnte verängstigt oder verscheucht werden...Wahrscheinlich werden hier einige ausländische und inländische Bankenlobbys vertreten sein, ein paar Rüstungsschmieden, der ÖR , Medienkonzerne,wohl auch die Lobbys der Sicherheits und Abhörtechnik und evtl. auch noch ein paar Think Tanks leaded by good old USA. TTIP Lobbys, wie auch Konzernlobbys der Nahrungsmittel und Getränkeindustrie (Gentechnik, privatisierung des Wassers)...Sie brauchen doch nur das derzeitige politische Handeln bewerten und 1 und 2 zusammenzählen. Ich brauche die Listen nicht, ich gebrauche meinen Kopf. Im übrigen können sie alles im Internet nachlesen...es halten sich z.B. hartnäckige Gerüchte das Herr Kauder ein Lobbyist von Heckler und Koch sein soll...aber das wäre nur ein Gerücht....viele DInge sind mit Tatsachen unterlegt und in der Mainstreampresse werden sie davon nichts finden. "Cui bono und folge dem Geld, dann weißt du wie sie tickt, unsere saubere Welt!"

Antwort auf von bilbo

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Ein Glück für Sie, dass es Verschwörungstheorien gibt und die USA. Was würden Sie sonst so schreiben wollen …

Antwort auf von bilbo

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@ bilbo

Heckler & Koch ist ein Weltmarktführer mit Kleinwaffen. Laut einem UNO-Bericht werden jedes Jahr 500.000 Menschen vor allem Frauen und Kinder (90%) mit dem G3 von Heckler&Koch getötet.

135 bis 141 Länder der rund 200 Länder dieser Welt sind ganz legal Kunden der deutschen Rüstungsindustrie.

Da ist wirklich ein ganz finsteres Kapitel.

Antwort auf von Peter Rheinbrück

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Danke, genau so sehe ich das auch!

Antwort auf von W. Heidecker

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Die "Lobbyverbände, die auch unter der Bezeichnng NGO formieren (sic!)", ebenso Gewerkschaften, stehen zum Teil in der hier veröffentlichten Liste, aber viel häufiger in der vom Bundestagspräsidium geführten und im Beitrag erwähnten und verlinkten "Öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern". Wer sich transparent dort einträgt, braucht nicht die Hintertür über die Fraktionen zu gehen und taucht deshalb auf der Hintertür-Liste nicht auf.

Im übrigen ist diese Liste natürlich noch kein Lobbyregister, da sie schlecht handzuhaben ist und keine Informationen über Finanzierung etc. enthält.

Und im übrigen ist "NGO" vielleicht etwas unklar: Der Unterschied zwischen Unternehmensverbänden und Lobby-Agenturen auf der einen Seite und anderen Verbänden auf der anderen Seite ist die Gemeinnützigkeit. Die einen handeln im eigenen Interesse, für ihre Betriebe, ihre Branche; die vielleicht auch der Gesellschaft gut tun, in jedem Fall aber dem Profit der Eigentümer. Die anderen fördern selbstlos die Allgemeinheit, handeln also nicht zum Vorteil und im Interesse einer sehr abgezirkelten Gruppe, sondern für die Gesellschaft. Was für die gut oder schlecht ist, darüber gibt es natürlich verschiedene Auffassungen.

Antwort auf von Stefan Diefenbach-Trommer

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Unternehmerverbände sind grundsätzlich auch gemeinnützig. Und dass NGO’s selbstlos für die Allgemeinheit handeln, dies ist auch eine Mär aus Tausundeinernacht.

Antwort auf von W. Heidecker

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Zitat : Unternehmerverbände sind grundsätzlich auch gemeinnützig

DER WAR GUT!

Antwort auf von W. Heidecker

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... vielmehr sollte es wohl heißen "sind gemein eigennützig"

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