In Halle und Magdeburg sieht das Ergebnis anders aus
Ein anderes Bild zeigt sich in Teilen von Halle und Magdeburg. Während die AfD in den meisten Wahlkreisen das Direktmandat gewann, gingen drei Wahlkreise an Die Linke: Magdeburg II sowie Halle II und Halle III. Gerade hier waren die Abstände und Parteienkonstellationen deutlich anders als in vielen anderen Teilen des Landes.
Drei Wahlkreise fallen besonders auf
In Magdeburg II gewann Mustafa Groener (Die Linke) mit 29,4 Prozent der Erststimmen. Er lag knapp sechs Prozentpunkte vor Hagen Kohl von der AfD.
In Magdeburg III unterlag CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze dem AfD-Kandidaten Christian Mertens. Zwischen beiden lagen 3,5 Prozentpunkte.
In Halle II gewann Gitta Susann Hartenstein-Wiermann (Die Linke) mit 29,6 Prozent vor Benedikt Weiß (AfD) mit 24,9 Prozent.
Besonders deutlich ist der Unterschied in Halle III. Jannik Balint (Die Linke) gewann das Direktmandat mit 39,9 Prozent – 22,1 Prozentpunkte vor dem AfD-Kandidaten. Bei den Zweitstimmen wurden die Grünen mit 33,7 Prozent stärkste Partei im Wahlkreis. Warum sich einzelne städtische Wahlkreise so deutlich vom Landesergebnis unterscheiden, lässt sich anhand der Wahlergebnisse allein nicht beantworten. Eine Rolle könnten unter anderem die Zusammensetzung der Wählerschaft, lokale politische Strukturen und die Konzentration von Wahlkämpfen auf einzelne Direktmandate gespielt haben.
69 Prozent der Direktkandidierenden beim kandidierendencheck
Auch abgeordnetenwatch hat die Landtagswahl begleitet. Alle 307 Direktkandidierenden hatten die Möglichkeit, an unserem kandidierendencheck teilzunehmen. 211 von ihnen beantworteten unsere Thesen – das entspricht einer Teilnahmequote von 69 Prozent.
Besonders hoch war die Beteiligung bei der Linken mit 93 Prozent. Es folgten SPD mit 88 Prozent sowie CDU und Grüne mit jeweils 78 Prozent. Zusätzlich stellten Nutzer:innen den Direktkandidierenden über abgeordnetenwatch insgesamt 193 Fragen. Die Positionen der Kandidierenden und alle Fragen und Antworten könnt ihr hier nachlesen.
An die 307 Direktandidierenden wurden insgesamt 193 Fragen gestellt, von denen 101 beantwortet wurden.
Wie geht es jetzt weiter?
Am 6. Oktober tritt der neu gewählte Landtag erstmals zusammen. Bei der konstituierenden Sitzung werden unter anderem der neue Landtagspräsident beziehungsweise die neue Landtagspräsidentin gewählt und die parlamentarischen Strukturen für die neue Wahlperiode festgelegt. Bis dahin sind die Abgeordneten des aktuellen Landtags weiterhin hier befragbar.
Offen ist weiterhin, wie sich nach der Wahl tragfähige Mehrheiten bilden. Die AfD hat 39 der 83 Sitze und damit keine absolute Mehrheit. CDU, SPD, Grüne und Linke lehnten Gespräche mit der AfD ab. Das BSW nahm dagegen ein Gesprächsangebot an, hat eine Koalition mit der AfD bislang aber ausgeschlossen. Es will vielmehr eine überparteiliche Regierung, die mit wechselnden Mehrheiten arbeitet. Sicher ist, dass die aktuelle Regierung aus CDU und SPD im neuen Landtag keine Mehrheit mehr hat und nicht alleine regieren wird.