Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Rund 1,7 Millionen Menschen waren am 6. September zur Landtagswahl aufgerufen. Wir schauen auf das vorläufige Wahlergebnis, auffällige Ergebnisse bei den Direktmandaten und darauf, wie der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch genutzt wurde. Außerdem: Wie geht es nach der Wahl weiter?

Hinweis: In diesem Artikel beziehen wir uns ausschließlich auf Daten der vorläufigen Wahlergebnisse am 17.09.2026. Bisher wurden noch keine amtlichen Endergebnisse veröffentlicht. 

Das Wahlergebnis in Kürze

Die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt war historisch hoch: 77,8% der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben – 17,5% mehr als noch 2021. Stärkste Partei wurde dabei die AfD. Sie erreichte 43,8 Prozent der Zweitstimmen und legte damit gegenüber 2021 um 23 Prozentpunkte zu. Bei den Erststimmen kam sie auf 44,3 Prozent. 38 der 41 Direktmandate gingen an die AfD, die übrigen drei gewann Die Linke. Die prozentuale Verteilung sieht die CDU mit 24% deutlich nach der AfD, auf sie folgen die LINKE (12%), die SPD (7,8%), die GRÜNEN (3,5%) und das BSW (3,2%). 

Bei den Zweitstimmen folgen CDU (17,2 Prozent), SPD (9,3 Prozent), Grüne (8,9 Prozent), Die Linke (8,6 Prozent) und BSW (5,3 Prozent). Diese sechs Parteien ziehen in den neuen Landtag ein.


 

In Halle und Magdeburg sieht das Ergebnis anders aus

Ein anderes Bild zeigt sich in Teilen von Halle und Magdeburg. Während die AfD in den meisten Wahlkreisen das Direktmandat gewann, gingen drei Wahlkreise an Die Linke: Magdeburg II sowie Halle II und Halle III. Gerade hier waren die Abstände und Parteienkonstellationen deutlich anders als in vielen anderen Teilen des Landes. 

Drei Wahlkreise fallen besonders auf

In Magdeburg II gewann Mustafa Groener (Die Linke) mit 29,4 Prozent der Erststimmen. Er lag knapp sechs Prozentpunkte vor Hagen Kohl von der AfD.

In Magdeburg III unterlag CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze dem AfD-Kandidaten Christian Mertens. Zwischen beiden lagen 3,5 Prozentpunkte.

In Halle II gewann Gitta Susann Hartenstein-Wiermann (Die Linke) mit 29,6 Prozent vor Benedikt Weiß (AfD) mit 24,9 Prozent.

Besonders deutlich ist der Unterschied in Halle III. Jannik Balint (Die Linke) gewann das Direktmandat mit 39,9 Prozent – 22,1 Prozentpunkte vor dem AfD-Kandidaten. Bei den Zweitstimmen wurden die Grünen mit 33,7 Prozent stärkste Partei im Wahlkreis. Warum sich einzelne städtische Wahlkreise so deutlich vom Landesergebnis unterscheiden, lässt sich anhand der Wahlergebnisse allein nicht beantworten. Eine Rolle könnten unter anderem die Zusammensetzung der Wählerschaft, lokale politische Strukturen und die Konzentration von Wahlkämpfen auf einzelne Direktmandate gespielt haben.

69 Prozent der Direktkandidierenden beim kandidierendencheck

Auch abgeordnetenwatch hat die Landtagswahl begleitet. Alle 307 Direktkandidierenden hatten die Möglichkeit, an unserem kandidierendencheck teilzunehmen. 211 von ihnen beantworteten unsere Thesen – das entspricht einer Teilnahmequote von 69 Prozent.

Besonders hoch war die Beteiligung bei der Linken mit 93 Prozent. Es folgten SPD mit 88 Prozent sowie CDU und Grüne mit jeweils 78 Prozent. Zusätzlich stellten Nutzer:innen den Direktkandidierenden über abgeordnetenwatch insgesamt 193 Fragen. Die Positionen der Kandidierenden und alle Fragen und Antworten könnt ihr hier nachlesen.

An die 307 Direktandidierenden wurden insgesamt 193 Fragen gestellt, von denen 101 beantwortet wurden. 

Wie geht es jetzt weiter?

Am 6. Oktober tritt der neu gewählte Landtag erstmals zusammen. Bei der konstituierenden Sitzung werden unter anderem der neue Landtagspräsident beziehungsweise die neue Landtagspräsidentin gewählt und die parlamentarischen Strukturen für die neue Wahlperiode festgelegt. Bis dahin sind die Abgeordneten des aktuellen Landtags weiterhin hier befragbar.

Offen ist weiterhin, wie sich nach der Wahl tragfähige Mehrheiten bilden. Die AfD hat 39 der 83 Sitze und damit keine absolute Mehrheit. CDU, SPD, Grüne und Linke lehnten Gespräche mit der AfD ab. Das BSW nahm dagegen ein Gesprächsangebot an, hat eine Koalition mit der AfD bislang aber ausgeschlossen. Es will vielmehr eine überparteiliche Regierung, die mit wechselnden Mehrheiten arbeitet. Sicher ist, dass die aktuelle Regierung aus CDU und SPD im neuen Landtag keine Mehrheit mehr hat und nicht alleine regieren wird.


Fragen und Antworten im Landtag Sachsen-Anhalt

55 % 229 von insgesamt
419 Fragen beantwortet
109 Tage durchschnittliche
Antwortzeit
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
37 von 38 Fragen beantwortet

Die BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN hat 37 von 38 Fragen beantwortet.

97 % Fragen
beantwortet
32 Tage durchschnittliche
Antwortzeit
FDP
26 von 27 Fragen beantwortet

Die FDP hat 26 von 27 Fragen beantwortet.

96 % Fragen
beantwortet
81 Tage durchschnittliche
Antwortzeit
Die Linke
33 von 43 Fragen beantwortet

Die Die Linke hat 33 von 43 Fragen beantwortet.

77 % Fragen
beantwortet
259 Tage durchschnittliche
Antwortzeit
SPD
31 von 43 Fragen beantwortet

Die SPD hat 31 von 43 Fragen beantwortet.

72 % Fragen
beantwortet
134 Tage durchschnittliche
Antwortzeit
parteilos
4 von 6 Fragen beantwortet

Die parteilos hat 4 von 6 Fragen beantwortet.

67 % Fragen
beantwortet
3 Tage durchschnittliche
Antwortzeit
CDU
69 von 124 Fragen beantwortet

Die CDU hat 69 von 124 Fragen beantwortet.

56 % Fragen
beantwortet
50 Tage durchschnittliche
Antwortzeit
AfD
29 von 138 Fragen beantwortet

Die AfD hat 29 von 138 Fragen beantwortet.

21 % Fragen
beantwortet
186 Tage durchschnittliche
Antwortzeit