Wolfgang Schrapp
FREIE WÄHLER

Frage an Wolfgang Schrapp von Fvtevq Onhe bezüglich Landwirtschaft und Ernährung

11. August 2017 - 13:40

Herr Schrapp,
die Landwirtschaft, vor allem die Familienbetriebe, wie wir sie in Schwaben kennen, sterben aus. Die Landwirte können ihre Betriebe nicht halten, ihre Familien nicht ernähren. Landwirte sind in einer Rentenversicherung gefangen, die Jahrzehnte nicht überarbeitet wurde. Was sagen die Freien Wähler dazu, dass der Berufsstand, der uns alle ernährt, einen solch schlechten Stand in Deutschland hat? Die Landwirtschaft wird seit Jahrzehnten von unserer Regierung zur Industrialisierung ihrer Betriebe genötigt. Ein guter Bauer will das nicht. Und vor allem sieht man ja wohin das führt. Eierskandal, Billigfleisch, etc. Von Tierwohl kann man hier auch nicht sprechen.

Frage von Fvtevq Onhe
Antwort von Wolfgang Schrapp
18. August 2017 - 10:35
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage 20 Stunden

Da ich selbst Landwirt bin, kann ich bestätigen, dass Familienbetriebe allmählich aussterben. Die Altersvorsorge der Landwirte sollte natürlich der heutigen Zeit angepasst werden. Solange bestimmte Landwirte immer weiter Subventionen hinterher hecheln, wird es schwer sein einen gerechten Preis für die erzeugten Nahrungsmittel zu bekommen. Die größten Nutznießer solcher Subventionen sind sowieso die Großbetriebe sowie Flughäfen und Energieversorger (als Eigentümer/Träger/Besitzer von Brachlandflächen)…

Außerdem sollte das “land-grabbing” von Investoren unterbunden werden. Subventionen sollten wenn dann eher Familienbetrieben, die als Landschaftspfleger Interesse an der Erhaltung, Regeneration und Nachhaltigkeit der Natur und dem Boden haben, zu Gute kommen. Der Weg der Bundesregierung voll-industrialisierte Großbetriebe zu befördern, sehe ich auch mit einem schmerzenden Auge. Die „grüne Gefahr” durch patentierte Produkte der Natur à la Monsanto & Co. sollte auch zurückgedrängt bzw. erschwert werden. Ich bin für naturnahe Biolandwirtschaft, die so gut es geht ohne viel Einsatz von Antibiotika und anderen künstlichen „Hilfsmittel“ auskommen zu versucht und würde es gutheißen vermehrt auf regionale Verteilungswege setzen, die zum Ziel haben, dass sich Produzenten und Konsumenten einander wieder mehr annähern und somit wieder wertschätzen beginnen.