Frage an Wolfgang Kubicki von Xneba Uvytraqbes bezüglich Demokratie und Bürgerrechte

08. März 2012 - 21:41

Sehr geehrter Herr Kubicki,

gerade verfolge ich die Sendung Maybritt Illner, in der Sie vehement die Meinung vertreten, dass ein ehemaliger Bundespräsident nicht mehr einer normalen Arbeit nachgehen kann.
Diese Frage beschäftigt mich nun sehr: inwiefern ist der ehemalige BP ein anderer Mensch als die Bürger dieses Landes?
Herr Wulff ist erst 52 Jahre alt und soll sich auf "die faule Haut" legen? Er ist doch Anwalt und wird ganz sicher wieder als Anwalt arbeiten können, ohne dass ihm der nicht vorhandene Zacken aus der Krone fällt.
Also bitte, verärgern Sie die Bürger nicht mit dieser verschrobenen und abgehobenen Meinung. Politiker, egal in welcher Position, sind und bleiben auch nur normale Menschen.

Mit freundlichen Grüßen
K. Hilgendorf

Frage von Xneba Uvytraqbes
Antwort von Wolfgang Kubicki
23. März 2012 - 09:45
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen

Sehr geehrte Frau Hilgendorf,

der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland hat das ranghöchste Amt in unserem Staate inne. Er repräsentiert Deutschland und damit auch die Menschen in unserem Land nach innen und gegenüber dem Ausland. Ihm kommt deshalb eine besondere Stellung zu. Und solange unsere Verfassung diese Sonderstellung so festlegt, sollten wir dies auch nicht in Frage stellen.

Das bedeutet auf der anderen Seite nicht, dass ein Bundespräsident qua Amt ein besserer Mensch und „anders“ als andere Menschen in unserem Land ist. Darin werden wir beide uns einig sein.

Eben dies haben die Spekulationen und nun laufenden Ermittlungen um Christian Wulff im Übrigen auch gezeigt. Unser Rechtsstaat funktioniert, und darüber bin ich sehr froh. Aber auch für Christian Wulff muss zunächst das Prinzip der Unschuldsvermutung gelten. Denn es muss in der Diskussion auch die Frage erlaubt sein, wie wir alle uns denn gegenüber einem ehemaligen Bundespräsidenten stellen wollen, der ggf. zu Unrecht all die Spekulationen ertragen musste?!

Sollte er jedoch rechtskräftig verurteilt werden und das Strafmaß mehr als ein Jahr betragen, sollte er genau wie alle Bediensteten des Öffentlichen Dienstes den Ehrensold abgeben müssen. Darüber besteht kein Zweifel!

Genau deshalb sind und „bleiben Politiker auch nur normale Menschen“, wie Sie selbst schon geschrieben haben. Politiker werden nicht zuletzt aus der Mitte des Volkes gewählt. Wir alle entscheiden mit einem Kreuz in der Wahlkabine darüber, wer uns repräsentieren soll.

Herzliche Grüße sendet Ihnen

Wolfgang Kubicki