Frage an Wolfgang Kubicki von Byns Shueznaa bezüglich Schulen

15. September 2009 - 10:51

Sehr geehrter Herr Kubicki,

Sie wollen als Koalitionspartner nach der Wahl Verantwortung in der Landesregierung übernehmen, deshalb habe ich einige Fragen zur Schulpolitik.

Nach der Reform ist einiges Verbesserungswürdig und viele Schüler stehen ohne eine echte Chance da.

Um allen Schülern in dieser Bildungslandschaft eine Chance zu geben muss sich schnell etwas ändern.

1. Schulsozialarbeit gehört an alle Schulen und braucht Verbindlichkeit, durch Verankerung im Schulgesetz.

2. Hauptschulkurse mit maximal 15 Schülern, in Gymnasial- und Realschulklassen sind 20 Kinder noch eine vertretbare Gruppengröße.

3. Nachmittagsbetreuung, jeder Schüler/Schülerin sollte die Möglichkeit haben, am Nachmittag unter fachkundiger Betreuung die Hausaufgaben anfertigen zu können. Damit haben auch die Schüler eine Chance, die nicht auf die Unterstützung Ihrer Eltern zurückgreifen können.

Das sind drei Punkte die unser Bildungssystem für Schüler, Lehrer und Eltern erträglich machen können.

Wie stehen Sie, bzw. die FDP zu diesen Forderungen?

Mit freundlichem Gruß

Olaf Fuhrmann

Frage von Byns Shueznaa
Antwort von Wolfgang Kubicki
16. September 2009 - 14:03
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 3 Stunden

Sehr geehrter Herr Fuhrmann,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich wie folgt beantworte:

1. Die FDP Schleswig-Holstein setzt sich für eine verbesserte Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe ein und will zu diesem Zweck Schulsozialarbeit als gesetzliche Aufgabe verankern, für die nicht allein die Kommunen Verantwortung tragen, sondern auch das Land Unterstützung zu leisten hat. Die Schulen sollen das Recht erhalten, auch für solche nicht zum Unterricht zählenden pädagogischen Aufgaben geeignete Fachkräfte selbst auswählen zu können.

2. Eine Reduzierung der durchschnittlichen Klassengrößen ist wünschenswert. Dazu brauchen die Schulen eine gute Personalausstattung. Hierfür setzen wir uns ein. Weil es aber in immer mehr Unterrichtsfächern schwierig ist, Lehrkräfte zu finden, muss die Einstellungspolitik des Landes geändert werden: Durch gezielte Anwerbung von Nachwuchskräften, durch Ausbildung von mehr Referendaren und dadurch, dass wir die Abwanderung qualifizierter Kräfte stoppen.

3. Die FDP Schleswig-Holstein setzt sich für den Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen ein. Offene Ganztagsschulen (mit freiwillig zu nutzenden Angeboten) sollen besser ausgestattet werden, damit sie in der Lage sind, ihren Schülern erweiterte Erfahrungsbereiche zu eröffnen und so auch ihr Gemeinschaftsgefühl und ihr soziales Verhalten zu fördern. Daneben soll auch die Einrichtung Gebundener Ganztagsschulen (mit verbindlichem Ganztagsbetrieb) weiter unterstützt werden. Solche Angebote sollen vor allem in Umgebungen mit besonderen sozialen Problemen in bedarfsgerechter Weise verfügbar sein.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Kubicki

Hinweis:
Das Wahlprogramm der FDP Schleswig-Holstein wurde am Sonntag, den 6. September 2009 in Kiel einstimmig verabschiedet. Die vollständige Fassung ist online auf den Seiten der FDP Schleswig-Holstein (www.fdp-sh.de) verfügbar und kann abgerufen werden unter:
http://www.fdp-sh.de/files/3256/Wahlprogramm_FDP-SH_2009-2014.pdf

Im Netz startet unter der Domain www.gefragte-antworten.de ein spezielles Webangebot zur Landtagswahl. Dort gibt die FDP Schleswig-Holstein kurz und prägnant Antworten auf die Fragen, die für die Zukunft des Landes wichtig und entscheidend sind.