Werner Mundt
CDU
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Frage von Maximilian F. •

Frage an Werner Mundt von Maximilian F.

Guten Tag Herr Mundt,

meine Frage an Sie betrifft das Thema Bildung. Sie haben in Ihren Positionen deutlich gemacht, dass Sie mehr Lehrer einstellen möchten. Ich frage Sie nun, wie die CDU das finanzieren möchte? Zudem haben Sie der These zugestimmt, dass eine Gemeinschaftsschule die individuelle Förderung von Kindern nicht leisten kann. Bei Aussagen solcher Art frage ich mich, auf welcher Grundlage diese basieren, da dies durch wissenschaftliche Studien, zum Beispiel des Max Planck Institut, widerlegt werden kann. Weiterhin haben Sie geschrieben, dass die Schülerzahlen steigen. Dies mag vielleicht für Oranienburg stimmen, aber für periphere Regionen in Brandenburg sind Schließungen von Schulen leider schon jetzt aufgrund mangelnder Schülerzahlen notwendig geworden. Ein Beispiel dafür, ist die Schließung der Schule in Liebenwalde. Die Schüler dort müssen nun nach Oranienburg fahren.

Ich habe auch noch einige konkrete Frage an Sie. Wie stehen Sie zum Betreuungsgeld, welches durch die CDU erdacht wurde? Was sind Ihre konkreten Kompetenzen, die Sie als Abgeordneter einbringen können, abgesehen von Ihrem natürlich vorhandenen wirtschaftlichen Verständnis? Meine letzte Frage an Sie lautet, wie sollte Ihrer Meinung nach die Inklusion im Land weiter geführt werden, wie sind Ihrer Meinung nach inklusive Strukturen in peripheren Regionen zu ermöglichen?

Mit freundlichen Grüßen
M. Frenzel

Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Frenzel,

vielen Dank für Ihr Interesse, gerne beantworte ich Ihnen Ihre Fragen.
Ja, ich bin für mehr Lehrkräfte und gegen hohen Unterrichtsausfall.
Brandenburg geht es grundsätzlich nicht schlecht, die vorhandenen Mittel
müssen jedoch sinnvoll eingesetzt werden. Wir geben jedes Jahr 7 Millionen
Euro für das Schüler-BAfög aus. Diese Mittel müssen wir in die Bildung
stecken und wir haben die Möglichkeit Steuereinnahmen zu verwenden.

Ja, ich bin gegen die Gemeinschaftsschule.
Das Modell der Torhorst Gesamtschule ist ohne Frage eine gute Sache, jedoch
bin ich gegen die Einheitsschule an sich. Wir haben Kinder mit ganz
unterschiedlichen Bedürfnissen, bildungsnahe und bildungsferne
Familienhintergründe, Kinder mit und ohne Handicap. Kinder sind individuell
und das ist gut so! Daher müssen wir unterschiedliche Schulformen anbieten,
um allen Bedarfen gerecht zu werden und die Kinder in der Bildung da
abzuholen, wo sie stehen. Zu anderen muss es in Brandenburg eine
Wahlfreiheit geben, die Kinder und Eltern sollen selbst entscheiden können,
welche Schulform für sie die Richtige ist. Sie sprachen wissenschaftliche
Studien an, ja die sind wichtig, aber der Mensch steht für mich im
Vordergrund.

Ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie sagen die Schülerzahlen sinken im ländlichen
Raum.

Aber es ist keine Lösung, einfach Schulen zu schließen und eine gute Bildung
nur noch im Speckgürtel von Berlin anzusiedeln. Dieser Fehler wurde bereits
in den neunziger Jahren gemacht, und wie wir heute wissen, war das eine
falsche Entscheidung. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das
Runge-Gymnasium. Es muss innovative Lösungen geben, die müssen aber
gemeinsam gefunden werden.

Nun zu Ihrer Frage: Wie stehen Sie zum Betreuungsgeld?

Ich bin für das Betreuungsgeld. Wir haben den rechtlichen Anspruch auf
Bundesebene durch die CDU auf das erste Lebensjahr herabgesetzt. Das war
eine bereits überfällige Entscheidung. Jedoch müssen wir den Eltern die
Wahlfreiheit lassen sich entscheiden zu können, ob sie davon Gebrauch machen
möchten oder Ihr Kind zu Hause betreuen wollen. Ich finde eine kleine
finanzielle Anerkennung für diese Leistung ist angemessen.

Inklusion:

Ja, ich bin für die Inklusion, aber mit Augenmaß!

So wie die Inklusion gestartet wurde wird sie nicht gelingen. Wir brauchen
noch mehr Lehrkräfte, Sonderpädagogen, Einzelfallhelfer, angepasste
Raumkonzepte in den Schulen, mehr finanzielle Mittel, weiterhin auch
Förderschulen (denn nicht jedes Kind möchte in die Schule für alle und auch
nicht alle Eltern von Kindern mit Handicap begrüßen die Schule für alle).
Inklusion bedeutet, alle Menschen mit Augenmaß zu behandeln. In ländlichen
Raum wird es noch schwieriger. Wir müssen auch dort die wohnortnahe Schule
aufrechterhalten für alle Kinder. Diese Aufgabe kann jedoch nicht mit einem
Schnellschuss gelöst werden.

Nun zu meinen Kompetenzen:
Ich kenne Oranienburg und Oberhavel, da ich mein ganzes bisheriges Leben
hier verbracht habe. Ich bin nicht nur Unternehmer seit vielen Jahren,
sondern setze mich seit über 20 Jahren für Oranienburg und Oberhavel als
Kommunalpolitiker ein. In dieser Zeit habe ich viele Entscheidungen und
Entwicklungen miterlebt und mitgestaltet. Ich habe in vielen Ausschüssen
mitgewirkt, wie zum Beispiel: Bau-, Bildungs-, Sozial-, Finanz-,
Rechnungsprüfungs- und Hauptausschuss. Ich konnte mir in der Zeit ein
breites Wissen aneignen. Seit 2008 bin ich CDU Fraktionsvorsitzender in
Oranienburg und stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU Oberhavel. Als Mensch,
wie auch als Politiker möchte ich Brandenburg und vor allem unsere Region
noch stärker im Landtag vertreten.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Mundt. Einer von hier!