SCHEUERL

Frage an Walter Scheuerl von Znegvan Erlrf bezüglich Schulen

30. Januar 2013 - 08:57

Sehr geehrter Herr Scheuerl,

mein Sohn besucht die 6 Klasse eines Hamburger Gymnasiums und wird wahrscheinlich nach dem Schuljahr auf eine Stadtteilschule gehen müssen. Das Problem ist, das alle Stadtteilschulen im Bezirk keinen Platz mehr haben. Wie kann ich jetzt erfahren wo es einen Platz in der 7 Klasse gibt? Warum gibt es am Gymnasium keine Inklusion? Mein Sohn hat hochgradig ADHS.

Frage von Znegvan Erlrf
Antwort von Walter Scheuerl
30. Januar 2013 - 10:42
Zeit bis zur Antwort: 1 Stunde 45 Minuten

Sehr geehrte Frau Reyes,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Da die Stadtteilschulen nach Klasse 6 beim Übergang in Klasse 7 weitgehend konstante Schülerzahlen haben, weil es ein Wiederholen ("Sitzenbleiben") inzwischen ja nicht mehr gibt, wissen die Schulleitungen recht gut, wie viele Schülerinnen und Schüler sie voraussichtlich im Sommer haben werden. Wichtig ist für Sie, dass Sie sich nicht so schnell wegen angeblich voller Klassen abweisen lassen dürfen: Die Klassenstärke von 25 ab Klasse 7 ist nach § 87 Abs. 1 Schulgesetz nur eine reine SOLL-Vorschrift! Eine Klasse kann also durchaus auch 26 oder mehr Kinder haben!

Unterstützung können Sie sicher bei der Gemeinschaft der Elternräte an Stadtteilschulen erhalten, die auch eine Liste mit Links zu den Webseiten der Stadtteilschulen online gestellt hat: http://www.arge.schule-hamburg.de/Inhalt/Liste_HH_STS.html

Eine "Inklusion" von Kindern am Gymnasium, die fachlich überfordert sind, wird zwar von manchen Parteien gefordert, die sich darunter eine "zieldifferente" Beschulung vorstellen, die nicht auf das Abitur ausgeerichtet ist. Die Einführung einer solchen Zwei-Klassen-Beschulung an Gymnasien kann aber weder im Interesse von Inklusionskindern sein, noch würde sie dem Bildungsauftrag der Gymnasien gerecht. Denn die Aufgabe dieser Schulform ist dier Vorbereitung auf die Allgemeine Hochschulreife, d. h. das Abitur. Dabei gibt es an dern Hamburger Gymnasien zahlreiche Schülerinnen und Schüler insbesondere mit körperlichen Behinderungen, die insoweit "inklusiv" und ohne Probleme gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern das Abitur erreichen. Es gibt also auch an den Gymnasien Inklusion.

Ich wünsche Ihnen bei der Auswahl der Stadtteilschule für Ihre Sohn viel Erfolg! Wen ich Sie dabei zusätzlich unterstützen kann, lassen Sie es mich gerne wissen.

Herzlichen Grüße

Walter Scheuerl