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Verena Häggberg
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Frage von Martina Maria H. •

Frage an Verena Häggberg von Martina Maria H. bezüglich Soziale Sicherung

Hallo Frau Häggberg,

ich habe drei Fragen, die ich nun unter dem punkt soziales gesammelt habe.

1. Das Schulsystem: Wie stehen Sie zu dem in Europa inzwischen nahezu eintigartigen dreigliedrigen Schulsystem und dessen sozialer Auslese sowie zu den Punkten Unterrichtsaufbau, schulische (Freizeit-)Angebote sowie er individuellen Förderung im Gleichklang mit dem Effekt des voneinander und miteinander lernen in Schulklassen?

2. Familie: Es freut mich zu hören, dass Sie eher der Umverteilung als dem "Deutschland-braucht-mehr-Kinder"-Wahn zugeneigt sind. Doch sehe ich bei einem Erziehungsgehalt wie Sie es propagieren die Gefahr, dass dieses nicht entsprechend eingesetzt wird. Ich halte es für absolut notwendig, dass Kinder ab einem Alter von ca 4 Jahren mit anderen Kindern aus unterschidlichen sozialen Umfelden und kulturellen Hintergründen zusammenkommen. Wie ist dieser Austausch gesichert?

3. Wirtschaft: Wie stellen Sie sich die finanzielle Umsetzung eines Grundeinkommens sowie dessen Nachhaltigkeit vor? Wo/Wie (Oder überhaupt) soll Mehrwert entstehen und genutzt werden?

MfG,
M. Helmke

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Antwort von
ÖDP

Sehr geehrte Frau Helmke,

zu 1.
Richtig - das dreigliedige Schulsystem dient in erster Linie dem Erhalt der gesellschaftlichen Schichtung. Eine optimale Pädagogik ist damit nicht verbunden. Es produziert gewollterweise (!) Verlierer, denn die Notenskala ist "auszuschöpfen", einer muss also die "Fünf" bekommen. Ich halte einen gemeinsamen Unterricht mit einer Binnendifferenzierung für sinnvoll. Also alle in einer Klasse mit unterschiedlichen Aufgaben. Damit wäre auch der Effekt des voneinander Lernens verbunden. Insgesamt wäre es sicher gut sowas wie eine Schulidentität mit entsprechenden Freizeitangeboten usw. zu stärken, um den Zusammenhalt der SchülerInnen zu befördern, statt der Konkurrenz.

zu 2.
Die Wahlfreiheit der Eltern bezieht sich auf Kleinstkinder. Ab etwa drei Jahren ist eine Kindergartenbetreuung unbedingt sinnvoll. Die ödp will aus diesem Grunde auch das letzte Kindergatenjahr verpflichtend machen. Spielerisches Lernen mit allen Sinnen sollte unbedingt gefördert werden.

zu 3.
Dazu gibt es verschiedene Modelle. Ich bevorzuge die Mehrwertbesteuerung von Produkten (mit max. 35-40%, gestaffelt nach Luxusgrad), weil dies auch eine ökologische Ressourcenschonung zur Folge hätte. Da die Lohnnebenkosten im wesentlichen entfallen, wäre das Produkt insgesamt nicht teurer. Produkte aus dem Ausland müssten, wie jetzt auch, nachversteuert werden.

Wir machen z.Zt. eine kleine Umfrage auf www.oedp-hamburg.de zum BGE. Wie würden Sie zukünftig arbeiten, wenn Sie BGE bekämen?

Herzliche Einladung zu meiner Diskussionsveranstaltung am Mi, 20.2. im Feuervogel (s. Termine).

Herzlichst Verena Häggberg