Portrait von Uwe Beckmeyer
Uwe Beckmeyer
SPD
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Uwe Beckmeyer zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von Reinhard T. •

Frage an Uwe Beckmeyer von Reinhard T. bezüglich Umwelt

tach auch Herr Beckmeyer,

sie haben bei meiner Frage zum Bio-Sprit sicherlich gemerkt, dass ich mich mit dem Thema regenerative Energien beschäftige. So jetzt eine Frage zur Windenergie, genauer: Offshore-Windparks in der Nordsee.
Die Ostfriesischen Inseln sprechen von einer industriealisierten Nordssee und lehnen sie ab, die Kohlekraftwerke südlich gelegen ebenfalls. können sie mir sagen wieviel "Windmühlen" bis wann mit welcher Leistung in die Nordssee "gepflanzt" werden sollen?

In Bremerhaven ist es von großer Bedeutung, wie sie sicher wissen. Im Fischereihafen werden große Flächen für den Bau dieser Windräder frei gemacht.Bei einer Arbeitslosenquote von 17% ist diese neue Industrie dort sehr wichtig. Eine Frage noch zu den Parks Borkumriff und Goode-Wind, sind sie im Jahr 20010 fertig?

Gruß, ihr Reinhard Tümmel

Portrait von Uwe Beckmeyer
Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Tümmel,

vielen Dank für Ihre Mail.

Auf der Seite www.offshore-wind.de, die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) bereitgestellt wird, finden Sie einen guten Überblick der geplanten und bereits in Betrieb gegangenen Windparks in Nord- und Ostsee.

In der Tat spielt Windenergie im Rahmen der Stromproduktion auf Basis regenerativer Energien eine immer größere Rolle, auch für Bremerhaven. Deutschland ist hier in Europa übrigens neben Spanien eine Wachstumslokomotive, nicht zuletzt dank gesetzlicher Weichenstellungen in Richtung Offshore-Windenergie.

Bereits im Dezember 2006 hatte das Inkrafttreten des so genannten Gesetzes zur Beschleunigung der Infrastrukturplanung Klarheit bezüglich der Netzanbindung von Windparks auf See gebracht. Die Windparkbetreiber sind nun von einem großen Kostenblock befreit, denn für die Kabelverlegung vom Festland zu den Windparks sind künftig die großen Stromkonzerne verantwortlich. Mit dem Integrierten Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung bekommt die Windenergie noch stärkeren politischen Rückenwind.

Nach einer Studie der Europäischen Union werden im Nordseeraum in den kommenden fünf Jahren 59 Prozent der weltweiten Investitionen in Offshore-Windenergie getätigt. Mit der Entwicklung der Offshore-Windstromerzeugung bietet sich also die Chance, dass wir uns in diesem Zukunftsbereich einmalig gut aufzustellen.

So werden zum Beispiel durch die in Bremerhaven angesiedelten Unternehmen sowie die Ankündigungen von Ansiedlungen in den nächsten Jahren in der Seestadt bis zu 1.000 Arbeitsplätze im Windenergiesektor entstehen.

Bremerhaven hat diese Chance frühzeitig erkannt. Bereits in 2002 wurde die Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen e.V. mit Sitz in der Seestadt gegründet. Ziel ist es, im Unternehmensbereich eine enge Vernetzung im Nordwesten zu ermöglichen und dadurch Synergien zu erzeugen. Das Land Bremen hat den Ausbau der Branche mit einer aktiven Ansiedlungspolitik unterstützt, etwa durch den Ausbau des Gewerbegebietes Luneort/südlicher Fischereihafen oder die Möglichkeiten für Windenergieunternehmen, ihre Anlagen bereits an Land im Rahmen eines Pilotbetriebes zu testen und zu optimieren. Diese aktive Förderpolitik führt dazu, dass sich Unternehmen auch aus diesem Grund für den Standort entscheiden.

Der Erfolg Bremerhavens als Standort der Windstromnutzung hängt aber nicht zuletzt auch davon ab, ob die Firmen hier gut ausgebildete Fachkräfte finden. Dazu sind vielfältige Aus- und Fortbildungsinitiativen gestartet worden. Neben den Studiengängen an der Hochschule Bremerhaven ist hier auch das Projekt „Ausbildungspartnerschaft Wind“ hervorzuheben. Ich habe die Initiative, die Jugendliche für die Zukunftsbranche fit machen soll, im vergangenen Jahr besucht. Im Rahmen einer überbetrieblichen Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik lernen die Auszubildenden dort alles rund um das Thema Windkraftanlagen. Die eigene Ausbildung stellt somit auch eine große Chance für den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe dar.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Beckmeyer