Ute Berg
SPD
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Frage von Xven Reqgznaa an Ute Berg bezüglich Bildung

# Bildung 17. Sep. 2005 - 18:09

Sehr geehrte Frau Berg,

auf meine Frage vom 10.09.2005 habe ich bisher keine Antwort von Ihnen erhalten. Es kann sein, dass ich bei der Eingabe der Frage etwas falsch gemacht habe und deshalb die Beantwortung nicht möglich war. Daher stelle ich meine Frage noch einmal.

Wie würden Sie ein optimales Bildungs- und Schulsystem gestalten, wenn Sie nicht auf die Kosten und Finanzierbarkeit achten müssten?

In Nordrhein-Westfalen dürfen die Universitäten nun eine Studiengebühr einführen. Sollte das Erststudium für "Berufsanfänger" nicht doch gebührenfrei sein?
Wird in diesem Zusammenhang auch über Stipendien zur Förderung begabter, finanzschwacher Studenten nachgedacht?

Bei den Kommunalwahlen dürfen Jugendliche bereits mit 16 Jahren wählen. Was halten Sie davon, wenn dies auch für die anderen Wahlen, wie Landtags- und Bundestagswahlen, eingeführt wird?

Zurzeit beschäftigen wir uns im Politikunterricht mit der anstehenden Bundestagswahl, auch deswegen freue ich mich über eine Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Kira Erdtmann, 11 Jahre

Von: Xven Reqgznaa

Antwort von Ute Berg (SPD) 27. Sep. 2005 - 11:30

Liebe Kira,

deine Mail hat mich tatsächlich erst im zweiten Anlauf hier erreicht,
daher kann ich dir nun erst nach der Wahl antworten.

Ein optimales Bildungs- und Schulsystem wäre aus meiner Sicht ein
System, in dem
1. Chancengleichheit besteht und
2. jeder die bestmögliche Qualifikation erhält.

Das sind die Ziele, an denen wir unsere Politik ausrichten. Wenn man nicht auf Kosten und Finanzierbarkeit achten müsste, könnte man viel mehr Personal als bisher an Kindergärten, Schulen und Universitäten anstellen, die Bildungseinrichtungen hochmodern ausstatten usw. Aber als Politikerin kann ich die Kosten nie vernachlässigen. Ich setze mich allerdings dafür ein, den Bildungs- und Forschungsbereich besser finanziell auszustatten und dann im ausgehandelten Kostenrahmen das bestmögliche herauszuholen.

Studiengebühren für das Erststudium lehne ich ab, weil sie eher Chancenungleichheit herstellen bzw. verstärken. Studiengebühren schrecken genau die jungen Menschen vom Studium ab, die sowieso schon schwierigere Startbedingungen haben, weil sie aus finanzschwächeren Familien kommen. Wir wollen aber das Gegenteil erreichen, dass nämlich mehr junge Menschen studieren. Zu diesem Thema habe ich mich übrigens auch im Bundestag schon mehrfach geäußert. Wenn du dich dafür interessierst, kannst du die Reden auf meiner homepage als Video anschauen (www.ute-berg.de in der Rubrik Bundestag).

Über Stipendien wird im Zusammenhang mit Studiengebühren angeblich nachgedacht, das sagt zumindest die CDU, die ja Studiengebühren einführen will. Allerdings hat kein CDU-Bildungspolitiker bis jetzt ein überzeugendes Konzept dafür vorgelegt.

Ich fände es gut, wenn Jugendliche mit 16 Jahren auch bei Landtagswahlen und Bundestagswahlen wählen dürften. So könnten sie ihre Interessen stärker in die Politik einbringen. Ich denke, das würde Jugendliche auch motivieren, sich politisch zu informieren und zu engagieren.

Es gibt aber auch bereits jetzt Initiativen und Projekte, über die Jugendliche sich politisch einmischen können. Dazu gehört z.B. das „Projekt P – Misch dich ein“ oder die Initiative „U18“, die gerade eine Kinder- und Jugend-Bundestagswahl durchgeführt hat. Mehr Informationen dazu gibt es unter http://www.bmfsfj.bund.de/Politikbereiche/kinder-und-jugend,did?694.html und http://www.u18.org/

Mit freundlichen Grüßen

Ute Berg

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