Kein Einsatz eines AfD-Prüfverbots?
Lieber Herr Krause, mich beschäftigt, dass Sie sich nicht für eine Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens einsetzen möchten. Sehen Sie es nicht als Ihre Pflicht einer demokratischen Partei, sich für ein Verbotsverfahren stark zu machen, um unsere Demokratie zu schützen? Ich finde es ist höchste Zeit, hier Haltung zu zeigen. Mich würden die Beweggründe Ihrer Ablehnung daher sehr interessieren. Herzlichen Dank vorab und viele Grüße
Hallo, danke für Ihre Nachfrage.
Ich halte ein Parteienverbot tatsächlich nicht für demokratisch.
Ich selbst bin der Meinung, dass Demokratie gerade das auszeichnet. Dabei sind der Dialog und das Finden von Kompromissen einer der wichtigsten Herausforderungen, vor allem, wenn wir wie hier von einem Viertel der Wähler sprechen. Gerade dann ist es notwendig, diesen Menschen im Dialog zu begegnen, um ihnen eine tatsächliche Alternative zu bieten.
Ich gebe Ihnen allerdings Recht, dass gehandelt werden muss, wenn es zu extremen Anfeindungen gegen Gruppen oder Mitmenschen kommt. Das betrifft meines Erachtens alle extremen Gruppen auf rechter und linker Seite.
Als Christ möchte ich davon ausgehen, dass jeder seine Baustellen hat und keiner vollkommen gut oder schlecht ist. Unbequemlichkeit muss eine offene Gesellschaft ertragen und mit Aufklärung und Objektivität bekämpfen. Wir werden unsere Kinder auch nicht vor allem, was schlecht ist, abschirmen können, sie jedoch durch Aufklärung und Fakten bestmöglich darauf vorbereiten.

