Susanne Clemenz
DIE VIOLETTEN
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Frage an Susanne Clemenz von Ina Y. bezüglich Europapolitik und Europäische Union

Guten Tag Frau Clemenz,

Wie stehen Sie zu der Deklaration Nr.12 von Hammerstein, Hutchinson und Parish mit dem Ziel ein verbindliches gesamteuropäisches Tierschutzgesetz zu schaffen in dem u.a. die EU aufgefordert wird, Maßnahmen einzuführen, um sicherzustellen, dass die Mitgliedstaaten harte Strafen verhängen für das Aussetzen oder die Misshandlung von Haustieren oder streunenden Tieren, und die Mitgliedstaaten zu beauftragen, auf nationaler Ebene ein Verwaltungssystem für die Aufgreifung, Sterilisation und Impfung einzuführen?

Hier der Link zur vollständigen Deklaration:

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+WDECL+P6-DCL-2009-0012+0+DOC+PDF+V0//DE&language=DE

Mir ist es sehr wichtig Ihre Einstellung dazu zu kennen, damit nicht wieder etwas wie dieses passiert:

http://www.pfotenhilfe-ungarn.de/99_unterschriften_fehlen.html

Herzlichen Dank im voraus für Ihre Antwort
Ina Yildiz

Frage von Ina Y. am
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 11 Stunden 21 Minuten

Hallo Frau Yildiz,

ich freue mich über Ihre Frage zum Thema ein gesamteuropäisches und wirksames Tierschutzgesetz einzuführen, auf welche ich an dieser Stelle gern grundsätzlich eingehen möchte. Ich denke, dass sich unsere Haltung zu der genannten Deklaration Nr. 12 davon ableiten lässt.

Ich selbst bin langjähriges Fördermitglied der PETA (People for the ethical treatment of animals) und im Vegetarierbund Deutschland e.V. und damit überzeugte Tierschützerin/Tierrechtlerin.

Genau aus diesem Grund bin ich vor 8 Jahren auch in die Partei „Die Violetten – für spirituelle Politik“ eingetreten, da es sich um eine Partei handelt, die eine ganzheitliche Politik macht, sich dem Wohl allen Seins (nicht nur der Menschen oder gar dem Kapital) verpflichtet fühlt.

Auch wenn das Ziel noch nicht ausdrücklich für ganz Europa schriftlich fixiert wurde, so haben wir doch in unserem Parteiprogramm ganz klar das Ziel, das Grundgesetz im Sinne eines wirklichen Tierschutzes zu verändern, so dass es nicht mehr von anderen GG-Artikeln (z.B. Religionsfreiheit/Schächten oder Kunstfreiheit/Malen mit Blut) ausgehebelt werden kann.

Viele Parteimitglieder sind soweit Tierfreunde geworden, dass sie auch auf das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken verzichten – also leben den Tierschutz ganz aktiv im eigenem Leben und sind damit natürlich auch Vorbilder für z.B. Kinder.

Dies ist übrigens auch ein Ansatz unserer Politik: nicht Handlungsweisen nur per Gesetz „von oben nach unten“ durchzusetzen, sondern die Leute durch direktes authentisches Vorleben an der Basis zu überzeugen, so dass Gesetze irgendwann auch überflüssig werden können ....

Wir setzen daher nicht in erster Linie auf harte Strafen bei Verstößen, sondern mehr auf Aufklärung und Bewusstmachung der eigenen Mitverantwortung von Tierleid – und das schon im Kindergarten. Denn wer echtes Mitgefühl entwickelt hat, ist zu den geschilderten Gräueltaten (in Ihrem Link) wohl kaum noch fähig.

Meine persönliche Meinung ist jedoch, dass es übergangsweise deutliche Strafen für Misshandlungen gegenüber Tieren geben muss (bevor der soziale Druck und die eigene Einsicht dies übernehmen). Wo eine Misshandlung überhaupt beginnt, muss aus unserer Sicht auch viel enger ausgelegt werden als bisher. Hier befinden wir uns dann an der Schwelle zu einem recht neuen Denkgebiet mit der Frage nach zu respektierenden Rechten für Tiere (z.B. auf Freiheit und Leben).

Auch wenn unser Menschenbild zunächst auf viele recht idealistisch wirken mag, die Menschheit hat immer wieder ähnliche Bewusstseinsschritte geleistet, scheinbare naturgegebene Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen bzw. ist noch im Prozess: z.B. das Hinterfragen der Unterdrückung von Menschen aufgrund von Geschlecht und Hautfarbe.

Ich hoffe, dass Sie nun einen Einblick in unsere ganzheitliche Politik gewinnen konnten!

Es grüßt Sie sehr herzlich,

Susanne Clemenz