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Frage an Stephan Eisel von Herbert G. bezüglich Recht

Sehr geehrter Herr Dr. Eisel,

in ihrer - auf Ihrer Website veroeffentlichten - Kandidatenrede aeusserten Sie sich wie folgt:

"Und nach einem Regierungswechsel werden wir endlich wieder eine Kanzlerin und Bundesminister haben, für die zum Amtseid selbstverständlich das Bekenntnis gehört: „So wahr mir Gott helfe“."

Finden Sie etwa nicht, dass es eine besondere Errungenschaft der Saekularisierung ist, dass jeder Mensch (insbesondere als Politiker) sein religioeses Leben derart gestalten kann wie er/sie es fuer richtig haelt? Es ist doch gerade das Grundrecht der Glaubens- und Religionsfreiheit, das uns vor einem Zwangsbekenntnis zu einer Religion, der man sich nicht angeoerig fuehlt, beschuetzen soll, ebenso wie es das Bekenntnis selbst schuetzt. Oder widersprechen Sie in diesem Punkt unseren Verfassungsvaetern?

Ist nur eine bekennender Christ auch ein guter Minister oder Kanzler?

Hat icht gerade der Bundeskanzler a.D., Dr. Helmut Kohl, sein privates Ehrenwort ueber den Amtseid (unter Einschluss der Bitte um Gottes Hilfe) gestellt?

Handelt es sich vielleicht bei Ihrem Zitat nicht um Ihre Ueberzeugung sondern doch eher um ein Mittel fuer eine beabschtigte Wirkung auf Ihren damaligen Zuhoererkreis?

Um die Beantwortung dieser Fragen waere ich Ihnen dankbar!

MfG
Herbert Guenskens

Frage von Herbert G. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Stunden 1 Minute

Sehr geehrter Herr Guenskens.

vielen Dank für ihre mail.

In der Tat mag jeder sein religiöses Leben so gestalten wie er/sie mag. Wer aber politische Verantwortung übernehmen will, muss sich auch nach seinen Wertgrundlagen fragen lassen, nach dem Kompass, der ihn leitet. Ich halte es für ein Defizit, dass ein solcher Kompass bei den meisten Mitgliedern der jetzigen Bundesregierung nicht erkennbar ist. M. E, kommt dies auch in oft orientierungslosem und wenig zielgerichtetem politischen Handeln zum Ausdruck.

Das Bekenntnis zum christlichen Menschenbild ist für mich dabei ein wichtige Leitlinie und der Zusatz "So wahr mir Gott helfe" unterstreicht die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit. Ich vertrete diese Meinung auch, wenn die Zuhörerschaft dem skeptisch gegenübersteht.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Eisel