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Frage von Britta Bongartz an Sönke Rix bezüglich Bildung und Forschung

# Bildung und Forschung 21. Sep. 2017 - 11:24

Es wird immer davon geredet, dass die Bildung Eltern nichts kosten soll. Kita Gebühren sind dabei immer im Gespräch. Als Mutter von 3 Jugendlichen kann ich aber sagen, dass Schule immer noch viel kostet! Viele Bücher, Fahrten, Fahrtkosten zur Schule, Laptop (Pflicht) uvm. belassten uns jedoch sehr. Kann man es nicht, macht man es irgendwie möglich, um nicht aufzufallen und muss auf vieles verzichten. Schulkinder sind auch kostenintensiv! Wer hilft dabei? Und je besser die Schule, um so teurer wird es. Also hängt die Bildung doch wieder vom Einkommen ab....

Von: Britta Bongartz

Antwort von Sönke Rix (SPD) 22. Sep. 2017 - 12:34
Dauer zur eingetroffenen Antwort: 1 Tag 1 Stunde

Sehr geehrte Frau Bongartz,

ich muss Ihnen recht geben. Erziehung kostet Geld und auch bei der Bildung kommt es zu "Nebenkosten". Eine Bildungspolitik, wie die SPD sie sich wünscht, schafft gleiche Chancen für alle. Denn noch entscheidet hier zu oft der Geldbeutel der Eltern. Deshalb machen wir die Bildung gebührenfrei. Und zwar von der Kita über die Ausbildung und das Erststudium bis zum Master und zur Meister-/Technikerprüfung. Aber eben auch nur gebührenfrei.

Ich wünschte, ich könnte Ihnen schreiben, dass die SPD Sie zukünftig von allen Kosten freihalten will. Aber leider ist es so, dass beispielsweise die Schülerbeförderung nicht in der Verantwortung der Bundespolitik liegt. Hier sind die Schulwünsche der Kinder und Eltern ein Kostenfaktor (falls nicht die nächstgelegene Schule besucht werden soll oder Sie quasi neben der Schule wohnen), aber auch die politischen Entscheidungen in den Kreistagen und bei den Schulträgern. Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde kann ich Ihnen mitteilen, dass sich die SPD für eine kostenlose Schülerbeförderung einsetzt, dies aber leider an der CDU und der FDP scheitert.

Zum Laptop: Hier haben meine Recherchen ergeben, dass es natürlich keine Pflicht gibt, einen Laptop vorzuhalten. Vielmehr sind Schulen, die Unterricht per Tablet oder Laptop im Klassenverband abhalten wollen, auch verpflichtet, dann solche Geräte bereitzustellen.

Ein weites Feld sind tatsächlich die Klassenfahrten. Hier gibt es lediglich Empfehlungen aus dem Bildungsministerium und die Entscheidung über eine Klassenfahrt und vor allem das Ziel der Klassenfahrt liegt beim Schulleiter. Darum empfiehlt es sich aus meiner Sicht, hier auch immer das erste Gespräch zu suchen, wenn Ihnen ein Reiseziel unverhältnismäßig vorkommt. Denn letztlich handelt es sich bei einer Klassenfahrt nicht um einen Erholungsurlaub für die Schülerinnen und Schüler, sondern um ein "Lernen am anderen Ort". Darum wird es für den Schulleiter beispielsweise schwer zu erklären sein, was man auf einer Klassenfahrt nach New York lernt, das man auf einer Fahrt nach London oder Liverpool nicht lernen kann.

Alles in allem möchte ich Ihnen raten, sich in der Elternvertretung "Ihrer" Schule zu engagieren und dort die Fragen zu stellen, die Sie mir gestellt haben, um dort auf eine Einsicht hinzuwirken, dass nicht immer das Teuerste und Ausgefallenste auch gleichzeitig das Sinnvollste ist.

Mit besten Grüßen
Ihr Sönke Rix